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Kultur

Brecht-Schauspielerin Gisela May gestorben

Kennern galt sie als herausragende Chansonnière, die in New York genauso wie in Mailand gastierte. Aber beim TV-Publikum wurde sie mit ihrer Kultrolle "Muddi" in "Adelheid und ihre Mörder" berühmt.

Die Schauspielerin und Sängerin Gisela May ist tot. Sie starb am frühen Freitagmorgen im Alter von 92 Jahren in Berlin, wie das Berliner Ensemble (BE) mitteilte. "Für mich war Gisela May nach Helene Weigel die Königin des Brecht-Theaters", sagte BE-Intendant Claus Peymann der Deutschen Presse-Agentur.

"Mit ihr stirbt eine der großen Künstlerinnen der untergegangenen DDR. Das Berliner Ensemble ist in Trauer." May war am Theater die "Mutter Courage" - von 1978 bis zu ihrem Ausscheiden 1992. Beim Fernsehpublikum des wiedervereinigten Deutschlands wurde sie durch ihre Rolle "Muddi" in der Erfolgsserie "Adelheid und ihre Mörder" berühmt, in der Evelyn Hamann die Hauptrolle spielte.

Triumphe im In- und Ausland

Unter Kennern war die Darstellerin längst auch als ausdrucksstarke Interpretin von Brecht-Weill-Chansons bekannt. Hanns Eisler, der Komponist der DDR-Hymne und enge Weggefährte Bertolt Brechts, hatte ihre Begabung für die Gattung entdeckt und gefördert. Mays Soloabende bescherten ihr über Jahrzehnte Triumphe im In- und Ausland. Die Auftrittsorte reichten von der New Yorker Carnegie Hall bis zur Mailänder Scala.

Die Lust an Sprache und Musik wurde der 1924 in Wetzlar geborenen Künstlerin schon in die Wiege gelegt. Ihre Mutter Käte war Schauspielerin, Vater Ferdinand May Schriftsteller. Von 1942 bis 1944 besuchte sie die Schauspielschule in Leipzig. Danach hatte sie Engagements an verschiedenen Theatern. 1951 kam May ans Deutsche Theater Berlin. 1962 wechselte sie zum Berliner Ensemble, dem sie 30 Jahre angehörte.

jj/wl (dpa, be)

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