Boris Johnson: ″Putin kann seiner Verantwortung nicht entgehen″ | Aktuell Europa | DW | 20.03.2018
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Giftanschlag in Salisbury

Boris Johnson: "Putin kann seiner Verantwortung nicht entgehen"

Großbritanniens Außenminister ist überzeugt: Russlands Führung steckt hinter dem jüngsten Giftanschlag auf britischem Boden. Und diesmal stünden die Partner geschlossen an der Seite Londons, sagt Johnson im DW-Interview.

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Johnson: Hinweise auf direkte Schuld des Kreml

"Wir haben keinen Disput mit Russland oder mit dem russischen Volk", stellt Boris Johnson zu Beginn des Gesprächs klar. "Die Probleme gehen vom Kreml aus, vom russischen Staat in seiner derzeitigen Form." Ob es feste Beweise gebe, dass der russische Präsident Wladimir Putin das Attentat anordnete? Der britische Außenminister antwortet mit einer Anspielung auf ein englisches Gedicht: "Er ist der Lokführer des ratternden Zugs. Im Endeffekt ist Herr Putin der Präsident und er kann der Verantwortung und Schuld nicht entgehen."

Die britischen Wissenschaftler, die die Nowitschok-Probe untersucht haben, seien fest davon überzeugt, dass die Probe aus Russland stamme, sagte Johnson. Deshalb habe Großbritannien so gehandelt. "Es gibt keinen Zweifel. Wir haben kaum Alternativen, als diesen Kurs einzuschlagen", betonte der Minister.

Keine Antwort ist auch eine Antwort

Man habe Russland die Möglichkeit gegeben, sich zum Fall zu äußern, so Johnson. Wenn es eine logische Erklärung gebe, wie das Gift nach Salisbury gelangt sei, solle man zusammenarbeiten. "Wenn es andererseits keine Erklärung gibt, dann müssen wir den Schluss ziehen, dass der russische Staat verantwortlich war. Wir haben keine Antwort erhalten."

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Eiszeit zwischen London und Moskau: Gespräch mit Gustav Gressel, European Council on Foreign Relations

Nach dem Anschlag auf den Ex-Doppelagenten Sergej Skripal und dessen Tochter Julia hat die britische Regierung 23 russische Diplomaten ausgewiesen, die Johnson im Interview als "mutmaßliche Spione" bezeichnet. Der Außenminister kündigt weitere mögliche Schritte an: "Insbesondere werden wir unsere Grenze verstärken. Wir haben auch genügend Gesetze, die das Vorgehen gegen illegales oder korruptes Geld in Großbritannien erlauben." London folge dabei dem Prinzip der Rechtsstaatlichkeit.

Johnson zeigt sich erfreut darüber, dass andere Staaten dieses Mal an der Seite Großbritanniens stünden - im Gegensatz zur Situation nach dem Gift-Anschlag 2006 auf den ehemaligen russischen Agenten Alexander Litwinenko. "In der internationalen Gemeinschaft gibt es jetzt viel mehr Sympathie." Am Montag hatte die Europäische Union bei der Aufklärung des Anschlags ihre "ungeteilte Solidarität" zugesichert.

Das Interview führte Zhanna Nemtsova.

amp/ust/rb (dw)

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