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Aktuell Welt

Bonner Konferenz soll Weltklimavertrag vorbereiten

Die Vorschläge der USA und China haben Bewegung in die festgefahrenen Verhandlungen über den Kampf gegen die Erderwärmung gebracht. Darüber berät jetzt eine Konferenz in Bonn.

Die Europäische Union ruft die Weltgemeinschaft zu mehr Anstrengungen beim Klimaschutz auf. "Obwohl wir schon über die laufende Dekade hinausschauen, ist es von zentraler Bedeutung, vor dem Jahr 2020 die Inititative zu ergreifen", sagte EU-Klimakommissarin Connie Hedegaard zu Beginn einer Tagung des UN-Klimasekretariats in Bonn. Die zwölftägige Konferenz soll den Weltklimagipfel in der peruansichen Hauptstadt Lima im Dezember vorbereiten.

Die Klimatagung in Bonn hat zum Hauptthema die Beiträge einzelner Länder, die sie zur Reduzierung von Treibhausgasen leisten. Es geht insbesondere um den Zeitraum von 2013 bis 2020. Im vergangenen Jahr war die erste Periode der Klimaziele nach dem Kyoto-Protokoll ausgelaufen. Nun sollen die Ziele für den Zeitraum bis 2020 und darüber hinaus festgelegt werden.

Beiträge aus den USA und China

China und die USA, die bisher als größte Treibhausgas-Emittenten die Verhandlungen in der Vergangenheit gebremst hatten, haben kurz vor Beginn der Konferenz neue Pläne und Vorschläge angekündigt. So hatte US-Präsident Barack Obama am Anfang der Woche mitgeteilt, den Kohlendioxidausstoß heimischer Kraftwerke bis 2030 um fast ein Drittel im Vergleich zu 2005 zu senken. Damit soll auch bis 2020 das von Obama vorgegebene Ziel von 17 Prozent weniger Treibhausgas-Emissionen erreicht werden. Obama möchte dabei den Kongress umgehen, der seine Klimapolitik in den vergangenen Jahren blockiert hatte. Und China möchte eine Emmissionsobergrenze einführen - allerdings ist nicht klar, ob es sich um eine Regierungsposition handelt.

Bundesumweltministerin Barbara Hendicks (SPD) begrüßte die Nachrichten aus den USA und China: "Die Ankündigungen von Obama machen mich hoffnungsvoll, weil sie eine neue dringend notwendige Dynamik in die Verhandlungen bringen." Allerdings fügte Hendricks hinzu: "Wir alle müssen mehr machen, nicht weniger."

Die EU erfüllt bereits jetzt die Ziele von 2020. In Worten der EU-Klimakommissarin Connie Hedegaard werde die EU diese sogar "deutlich übererfüllen". 20 Prozent CO-Einsparungen gegenüber dem Niveau von 1990 wurden anvisiert, doch es sind jetzt schon 24,5 Prozent. Der EU-Beitrag für den Klimagipfel in Lima werde noch bis Oktober beschlossen. Die Ergebnisse der Klimakonferenz in Peru sollen dann im kommenden Jahr in Paris verabschiedet werden.

zam/wl (dpa, afp)