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Aktuell Afrika

Boko Haram treibt tausende Nigerianer und Soldaten nach Kamerun

Hunderte Soldaten sollen aus Angst vor Boko Haram aus einer nigerianischen Grenzstadt nach Kamerun geflohen sein. Die Terrorgruppe hatte dort ein Kalifat ausgerufen. Die Armeeführung stellte die Lage anders dar.

Nach einem Angriff der islamistischen Terrorgruppe Boko Haram auf eine nigerianische Grenzstadt sind tausende Menschen und fast 500 Soldaten ins benachbarte Kamerun geflohen. Augenzeugen berichteten, mehrere Gruppen schwerbewaffneter Kämpfer hätten am Montag in der Ortschaft Gamboru Ngala im nordöstlichen Bundesstaat Borno einen Militärstützpunkt und eine Polizeiwache attackiert. Daraufhin seien die Zivilisten und Soldaten über die Grenze in die Stadt Fotokol in Kamerun geflohen.

Nigerias Armee bestritt eine Flucht von Soldaten. Demnach handelte es sich vielmehr um ein "taktisches Manöver". Ein Vertreter der kamerunischen Sicherheitskräfte sprach von einem "sehr ernsten Angriff". Die Militärführung habe Verstärkung nach Fotokol geschickt.

Grenze wegen Ebola eigentlich geschlossen

Boko Haram hatte Gamboru Ngala bereits im Mai angegriffen und dabei weitgehend zerstört, mehr als 300 Einwohner wurden ermordet. Ein Flüchtling sagte, aus Furcht vor einem neuen Massaker sei der Großteil der Einwohner geflohen. Eigentlich hat Kamerun seine Grenze zu Nigeria wegen mehrerer Ebola-Fälle in dem Land geschlossen.

Die Extremistengruppe Boko Haram kämpft mit Gewalt für einen islamischen Staat im mehrheitlich muslimischen Norden Nigerias. Seit 2009 tötete die Miliz bei Anschlägen und Angriffen auf Polizei, Armee, Kirchen und Schulen mehr als 10.000 Menschen. Im April machte Boko Haram Schlagzeilen mit der Entführung von 276 Mädchen aus einer Schule, von denen die meisten noch immer vermisst sind. Am Sonntag rief Boko-Haram-Anführer Abubakar Shekau in einem Video in der kürzlich eroberten Stadt Gwoza ein "islamisches Kalifat" aus.

sti/se (afp, dpa)