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Aktuell Afrika

Kamerun macht gegen Boko Haram mobil

In Nigeria versetzt die Terrorsekte Boko Haram die Bevölkerung bereits seit Jahren in Angst und Schrecken. Immer öfter gerät jetzt das benachbarte Kamerun ins Visier der Islamisten. Die Regierung setzt aufs Militär.

Nach der Entführung der Frau des Vize-Regierungschefs von Kamerun durch Kämpfer der radikal-islamischen Terrorgruppe Boko Haram hat das westafrikanische Land nach einem Bericht des Senders "Voice of America" die Zahl der an der Grenze zu Nigeria postierten Soldaten auf 3000 verdreifacht. Sie sollen ein weiteres Eindringen von Terroristen verhindern.(Das Artikelbild zeigt Soldaten Kameruns mit Geschützen).

Politikerfrau entführt

Etwa 200 Boko-Haram-Kämpfer waren am Sonntag in die Stadt Kolofata im Norden Kameruns an der Grenze zu Nigeria eingedrungen und hatten das Haus des stellvertretenden Ministerpräsidenten Amadou Ali gestürmt. Der Politiker konnte von Wächtern in Sicherheit gebracht werden. Seine Frau wurde von Boko Haram entführt.

Auch der Bürgermeister und religiöse Führer von Kolofata, Seini Boukar Lamine, seine Frau und seine fünf Kinder fiel den Islamisten in die Hände. Über das Schicksal der Entführten liegen keine Informationen vor. Nach neuen Angaben der Regierung in Jaunde wurden in Kolofata bei längeren Gefechten zwischen Sicherheitskräften und Terroristen mindestens 15 Menschen getötet.

Anschläge in Nigeria

Auch im Norden Nigerias ging der Terror von Boko Haram weiter. In der Stadt Kano rissen drei Selbstmordattentäter, vermutlich Frauen, am Sonntag und an diesem Montag bei drei Anschlägen mindestens zehn Menschen mit in den Tod.

Ziel der Bombenanschläge waren eine Verkaufsstelle für Koch-Kerosin, eine Kirche und die Universität von Kano. Wie die Tageszeitung "Premium Times" berichtete, verbot das Militär im nördlichen Bundesstaat Borno für drei Tage den Gebrauch aller Fahrzeuge, um weitere Anschläge während der Feiern zum Ende des islamischen Fastenmonats Ramadan zu verhindern.

Die Boko-Haram-Sekte, der Name bedeutet etwa "westliche Bildung ist Sünde", kämpft seit Jahren mit Gewalt und Terror für einen islamischen Gottesstaat im Norden Nigerias. Bei Anschlägen auf Polizei, Armee und Behörden sowie Kirchen, Schulen und Wohngebiete wurden in den vergangenen Jahren tausende Menschen getötet. International Schlagzeilen machten die islamistischen Kämpfer im April mit der Entführung von 276 Mädchen aus einer Schule im Ort Chibok.

wl/kle (dpa, epd, rtre, afpe)