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Aktuell Afrika

Boko Haram: Das Morden geht weiter

In der nordnigerianischen Großstadt Kano sind bei einem Selbstmordanschlag mindestens 15 Menschen ums Leben gekommen. Die Polizei bestätigte zunächst nur fünf Todesopfer.

In dem überwiegend von Christen bewohnten Viertel Sabongari war am Sonntag (18.05.2014) ein mit Sprengstoff beladenes Auto explodiert. In der Straße des Anschlags gibt es viele Bars und Restaurants. Zahlreiche Gebäude wurden beschädigt - unter den Trümmern werden weitere Opfer des Anschlags vermutet. In Kano fanden am Sonntag Kommunalwahlen statt.

Die islamistische Terrororganisation Boko Haram hatte mit neuen Anschlägen gedroht, nachdem die Sicherheitskräfte ihre Suche nach mehr als 200 entführten Schulmädchen im Norden des westafrikanischen Landes intensiviert hatten. Bei der Suche nach den verschleppten Schülerinnen helfen bereits die USA, Großbritannien und Frankreich. Am Samstag (17.05.2014) hatte Frankreichs Präsident François Hollande zu einem Anti-Terror-Gipfel in Paris geladen; anwesend waren unter anderem seine Amtskollegen aus Nigeria, Benin, Kamerun, Niger und Tschad. Im Zuge des Treffens wurde eine gemeinsame Strategie der fünf afrikanischen Staaten zur besseren Überwachung der Grenzen, Koordinierung der Geheimdienste und verstärkter Militärpräsenz in der Region des Tschadsees beschlossen. Eine Militäraktion des Westens schloss Frankreichs Präsident Hollande aus.

Tote und Verschleppte bei Angriff auf Chinesen in Kamerun

Wenige Stunden vor dem Treffen hatte Boko Haram das Lager einer chinesischen Straßenbau-Firma in Nigerias Nachbarland Kamerun angegriffen. Nach Angaben eines Polizeisprechers lieferten sich Soldaten und Extremisten ein stundenlanges Feuergefecht. Dabei seien ein chinesischer Straßenbauarbeiter und ein Soldat aus Kamerun getötet worden. Zehn weitere Chinesen seien verschleppt worden.

Die Boko-Haram-Kämpfer werden auch als Taliban Nigerias bezeichnet, der Name der Organisation bedeutet übersetzt etwa "westliche Bildung ist Sünde". Seit 2009 verübt die Gruppe immer wieder Anschläge auf Polizei, Armee und Behörden, aber auch auf Kirchen und Schulen. Allein in diesem Jahr wurden nach Schätzungen der Menschenrechtsorganisation Amnesty International fast 2000 Menschen bei Angriffen der Gruppe getötet. Boko Haram kämpft für einen islamistischen Staat im mehrheitlich muslimischen Norden Nigerias.

hmf/mb (afp, epd, dpa, kna)