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Nahost

Bodenoffensive soll ausgeweitet werden

Aus dem Gazastreifen werden Dutzende Tote und zahlreiche Verletzte gemeldet. Die Zivilbevölkerung leidet unter der israelischen Bodenoffensive. Die Militäraktion wird in Israel auch von der Opposition unterstützt.

Für die

Zivilbevölkerung im Gazastreifen

waren die letzten Stunden die Hölle. Im Norden, im Süden und in der Mitte rücken israelische Bodentruppen vor, unterstützt durch Kampfflugzeuge, Hubschrauber und Drohnen aus der Luft und durch schweres Artilleriefeuer vom Meer und vom Land aus. Am späten Donnerstagabend (17.07.2014) begann die israelische Bodenoffensive im Gazastreifen. Mit Panzern und gepanzerten Fahrzeugen passierten die Soldaten die mit einem hohen Zaun bewehrte Grenze zum Gazastreifen.

Tunnelsystem der Hamas soll zerstört werden

Ziel der Offensive sei es, das Tunnelsystem der Hamas ausfindig zu machen und zu zerschlagen, sagte Ministerpräsident Benjamin Netanjahu in einer Erklärung. Am Donnerstag ist in den frühen Morgenstunden ein solcher Tunnel entdeckt worden, durch den 13 schwer bewaffnete Palästinenser in einen israelischen Kibbuz an der Grenze des Gazastreifens eingedrungen waren.

Benjamin Netanjahu, der israelische Premier (Foto: Reuters)

Netanjahu: Generalstabschef und Armee auf Ausweitung der Bodenoffensive vorbereitet

Die Männer wurden zwar entdeckt, bevor sie ein Blutbad anrichten oder Geiseln nehmen konnten, aber niemand weiß, wie viele solcher Tunnel es noch gibt.

Vor der Sitzung des Kabinetts am Freitag sagte Netanjahu: "Die Armee geht gegen die Hamas und die Terrororganisationen im Gazastreifen vom Meer, aus der Luft und jetzt auch mit Bodentruppen vor." Am Tag zuvor habe man mit einer Bodenoffensive begonnen, um die Tunnel zwischen Gaza und dem eigenen Gebiet zu zerstören. "Der Verteidigungsminister und ich haben - mit der Genehmigung des Kabinetts - die Armee angewiesen, ihre Bodenoffensive noch bedeutend auszuweiten. Der Generalstabschef und die Armee sind darauf vorbereitet."

Unterstützung für seine Politik findet Netanjahu nicht nur in weiten Teilen der Bevölkerung, sondern auch bei der Opposition in der Knesset. Die Abgeordnete Shelly Yachimowitsch von der Arbeitspartei erklärte: "Ideologisch gibt es keine Gemeinsamkeiten zwischen unserer Partei und dem Likud Netanjahus, aber man sieht, dass in der Zeit der Not eine verantwortungsbewusste, staatsmännische und zionistische Opposition eine amtierende Regierung unterstützen kann, ohne dass sie dafür mit Ministerposten belohnt wird."

Rettungskräfte im Dauereinsatz

Ein schwer verletzter Mann im Gazastreifen wird von Ärzten behandelt (Foto: AFP)

Krankenhäuser am Rande der Belastbarkeit

Die Hamas verurteilte die Bodenoffensive. Sprecher Sami Abu Zuhri sagte, damit habe Israel die Verhandlungen um einen Waffenstillstand zerschlagen. Nun sei die Zeit der Raketen und des Feuers gekommen. Zurückhaltender drückte sich der im Ausland lebende Hamas-Funktionär Osama Hamdan aus: "Ich glaube, diese Offensive wird die Zwei-Staaten-Lösung vollkommen zerstören, denn die Palästinenser werden kein Vertrauen mehr haben, dass die Israelis an einer politischen Lösung interessiert sind. Und an diesem Punkt wird die palästinensische Bevölkerung einen anderen Kampf beginnen, vielleicht den Kampf gegen das Apartheidsystem."

Aus dem Gazastreifen werden schon Dutzende Tote und zahlreiche Verletzte gemeldet, darunter auch wieder viele Zivilisten. Die Rettungskräfte sind im Dauereinsatz, die Krankenhäuser am Rande ihrer Belastbarkeit. In der vergangenen Nacht wurde von der israelischen Armee auch das Al-Wafa-Krankenhaus unter Beschuss genommen, in dem Menschen mit schweren Gehirn- und Rückenmarksschädigungen behandelt und betreut wurden. Die schwer kranken Patienten wurden evakuiert. Nach israelischen Angaben hatten die militanten Gruppierungen in dem Krankenhaus Raketen gelagert.

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