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Nahost

Blutiger Tag in Bagdad

Der Bagdader Stadtteil Sadr City ist von der tödlichsten Anschlagsserie seit Beginn des Irak-Krieges erschüttert worden. 160 Menschen kamen ums Leben. Im Norden der Stadt griffen Aufständische ein Ministerium an.

Allein im Oktober starben im Irak 3.700 Zivilsten

Ein Junge trauert nach den Anschlägen um getötete Angehörige. Allein im Oktober starben im Irak 3.700 Zivilisten

Bei drei Selbstmordattentaten und zwei Mörserangriffen wurden im Bagdader Stadtteil Sadr City mindestens 160 Menschen getötet, wie die Polizei mitteilte. Rund 260 wurden verletzt, viele von ihnen schwer. Die insgesamt fünf Angriffe erfolgten im Viertelstundentakt beginnend auf einem belebten Gemüsemarkt. Mit weiteren Todesopfern wurde gerechnet.

Männer mit Sarg

3.700 Zivilsten wurden allein im Oktober getötet

Im Norden Bagdads hatten Aufständische am Donnerstag das irakische Gesundheitsministerium mit Mörsern beschossen und sich heftige Kämpfe mit Wachleuten geliefert, wie aus Sicherheitskreisen verlautete. Die etwa 30 mutmaßlich sunnitischen Angreifer versuchten laut Fernsehberichten, das Gesundheitsministerium zu stürmen. Alle Zufahrtsstraßen zu dem Gebäude im Bezirk Bab el Muadham seien abgeriegelt worden, bis nach etwa drei Stunden US-Hubschrauber und irakische Panzerfahrzeuge die Angreifer in die Flucht geschlagen hätten. Die Mitarbeiter des Ministeriums konnten das Gebäude, an dem leichter Sachschaden entstand, unversehrt verlassen, wie ein Sprecher mitteilte.


Ministerien als beliebtes Ziel

Anschläge: trauriger Alltag in Sadr City

Anschläge: trauriger Alltag in Sadr City

Ministerien oder Behördenvertreter sind im Irak häufig Ziel von Angriffen. Erst Anfang vergangener Woche hatten bewaffnete Männer in einer spektakulären Massenentführung mehr als 100 Mitarbeiter des Instituts für Kulturforschung, das zum Hochschulministerium gehört, verschleppt. Die Kidnapper waren mit mehreren Fahrzeugen vor dem Gebäude vorgefahren und hätten die Wachleute überwältigt. Rund 70 der Geiseln sind seither freigekommen, von den anderen fehlt jede Spur.

Bei einer Razzia von US-Soldaten in Sadr-City waren am Donnerstagmorgen nach Polizeiangaben bereits vier Iraker gestorben und acht verletzt worden. Der Einsatz in Sadr City war der vierte der Koalitionstruppen in dem Stadtteil innerhalb von sechs Tagen. Die Soldaten durchsuchten laut Polizei mehrere Häuser und eröffneten das Feuer auf einen Kleinbus mit Arbeitern. Die US-Streitkräfte bestätigten den Einsatz, machten jedoch keine Angaben über Opfer.

Kein Thanksgiving-Besuch

Frauen trauern um getötete Angehörige

Frauen trauern um getötete Angehörige

Das Weiße Haus wies unterdessen Berichte zurück, wonach sich US-Vizepräsident Dick Cheney am Donnerstag in Bagdad aufgehalten haben soll. Cheneys einziger geplanter Besuch in der Region sei eine bereits angekündigte Reise nach Saudi-Arabien am Freitag, sagte Sprecher David Almacy in Washington. Das irakische Fernsehen hatte zuvor berichtet, Cheney sei in Bagdad, vermutlich um amerikanische Soldaten zum Thanksgiving-Fest zu besuchen. Erst am Mittwoch hatte die UN-Hilfsmission für den Irak (UNAMI) berichtet, im Irak seien im Oktober mehr als 3.700 Zivilisten getötet worden. Im gleichen Zeitraum starben 102 US-Soldaten. (ina)

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