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Aktuell Nahost

Blutiger Selbstmordanschlag in Kirkuk

Bei einem Anschlag auf das Polizeihauptquartier in der nordirakischen Stadt Kirkuk sind mindestens 15 Menschen getötet worden. In der ölreichen Region gibt es große Spannungen zwischen den verschiedenen Volksgruppen.

Zunächst hatten die Behörden die Zahl der Toten auf mehr als 30 beziffert, später korrigierten sie sich. Wie es in Agenturberichten heißt, wurden mindestens 90 Menschen verletzt. Ein Vertreter der Behörden betonte, ein Selbstmordkommando habe versucht, das Gebäude zu stürmen. Ein Attentäter habe sich in einem Auto in die Luft gesprengt.

Verkleidet als Polizisten

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Sprengstoffanschlag in Kirkuk

Zwei weitere Angreifer hätten Polizeiuniformen getragen. Sie seien mit Schusswaffen und Sprengstoffwesten ausgerüstet gewesen. Wachen am Haupteingang des Polizeiquartiers sei es schließlich gelungen, die vermeintlichen Beamten aufzuhalten und zu erschiessen.

In Kirkuk verüben sunnitische Rebellen mit Verbindungen zur Islamisten-Gruppe Al-Kaida immer wieder Angriffe auf Sicherheitskräfte. Ihr Ziel ist es, die Regierung des schiitischen Ministerpräsidenten Nuri al-Maliki zu schwächen und Spannungen zwischen den islamischen Glaubensrichtungen zu schüren.

Erst im Januar hatte sich in einem nahe gelegenen Ort ein Selbstmordattentäter als Trauergast unter die Teilnehmer einer Beerdigung gemischt und mindestens 26 Menschen getötet. Wenige Tage zuvor hatte ein Selbstmordattentäter einen Lastwagen in die Zentrale einer Partei in Kirkuk gesteuert, 25 Menschen starben.

Wem gehören die großen Ölvorkommen?

Kirkuk, rund 300 Kilometer nördlich von Bagdad gelegen, liegt im Zentrum eines Ölfördergebiets. Die kurdischen Bewohner von Kirkuk wollen die Stadt in das kurdische Autonomiegebiet im Nordirak integrieren, was von der arabischen und turkmenischen Bevölkerungsgruppe abgelehnt wird.

Um die großen Ölvorkommen hat es wiederholt Streit gegeben. Die Zentralregierung ist der Ansicht, sie allein habe per Verfassung die Rechte für den Ölexport. Die Kurden dagegen meinen, die Verfassung erlaube ihnen, Verträge zu schließen und unabhängig Öl zu verkaufen. Der Streit verschärfte sich, als die Kurdenregierung damit begann, Geschäfte mit den großen US-Ölmultis Exxon Mobil und Chevron zu machen.

haz/hf (rtr, dpa)

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