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Testseite Politik

Blutiger Anschlag auf schiitische Moschee in Pakistan

Wieder ist Pakistan von einem schweren Terroranschlag erschüttert worden. Ein Selbstmordattentäter sprengte sich vor einer Moschee in der Provinz Punjab in die Luft und riss mindestens 24 Menschen mit in den Tod.

Verzweifelte Menschen nach dem Anschlag auf eine Moschee in Pakistan (Bild:AP)

Verzweifelte Menschen nach dem Anschlag auf eine Moschee in Pakistan

Nach Polizeiangaben zündete der Attentäter den Sprengsatz, als Menschen am Donnerstag (05.02.2009) zu einer religiösen Versammlung zur schiitischen Moschee in der Stadt Dera Ghazi Khan zusammenkamen. Der Selbstmordanschlag habe eindeutig auf die schiitischen Gläubigen gezielt, teilte ein Vertreter der Polizei weiter mit.

In anderen Berichten wird die Zahl der Todesopfer sogar mit mindestens 30 angegeben. Zahlreiche Menschen hätten Verletzungen erlitten, hieß es weiter. Zu dem Attentat bekannte sich bislang keine Organisation. Der Verdacht der Sicherheitskräfte richtet sich jedoch gegen sunnitische Extremisten.

4000 Gewaltopfer in 20 Jahren

Pakistan wird immer wieder von religiös motivierter Gewalt erschüttert, seit den späten 1980er Jahren kamen dabei mehr als 4000 Menschen ums Leben. Erst vor zwei Tagen waren bei einer Explosion in einer sunnitischen Moschee ein Mensch getötet und 18 weitere verletzt worden. Rund ein Fünftel der Pakistaner gehört der Glaubensrichtung der Schiiten an.

Im Swat-Tal im Nordwesten Pakistan wurden am Donnerstag zudem mehrere Polizeibeamte bei einem Selbstmordanschlag verletzt. Der Täter habe eine Polizeistation angegriffen, teilten die Sicherheitskräfte mit. Das Swat-Tal und die angrenzende Region im Nordwesten Pakistans gilt als Rückzugsgebiet für die radikalislamischen Taliban sowie das Terrornetzwerk El Kaida. Die pakistanische Armee geht dort seit zwei Monaten mit einer Großoffensive gegen Aufständische vor.

Indien beschuldigt Pakistans Geheimdienst

Terror in Bombay im November 2008. Polizisten beziehen Position (Bild:AP)

Terror in Bombay im November 2008. Polizisten beziehen Position

Unterdessen hat Indien dem pakistanischen Geheimdienst ISI erstmals offiziell eine Verwicklung in die Anschläge von Bombay vorgeworfen, bei denen im November 179 Menschen getötet worden waren. "Die Täter planten, trainierten und starteten ihren Angriff von Pakistan aus, und die Organisatoren waren und bleiben Klienten und Schöpfungen des ISI", sagte der indische Vize-Außenminister Shivshankar Menon auf einer Veranstaltung in Paris.

Das pakistanische Außenministerium wies die Äußerungen Menons als unangebracht zurück. Indische Regierungsvertreter sollten sich mit solchen Äußerungen zurückhalten, solange die Untersuchungen noch liefen, sagte ein Sprecher in Islamabad.

Die Anschlagsserie in Bombay vom November hat die Beziehungen zwischen den beiden Atommächten stark belastet. Indien hat den Dialog mit der Regierung in Islamabad ausgesetzt. Die Regierung in Neu-Delhi macht die in Pakistan ansässige Islamisten-Gruppe Lashkar-e-Taiba (LET) für die Terroranschläge in der Finanzmetropole Bombay verantwortlich. Dabei hat sie auch wiederholt pakistanische Geheimdienststellen einer Verwicklung beschuldigt, ohne jedoch den ISI namentlich zu nennen. Pakistan hat jegliche Verstrickung staatlicher Stellen in die Anschläge zurückgewiesen. (wl)

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