Blutiger Anschlag auf Moschee in Nigeria | Aktuell Afrika | DW | 03.01.2018
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Terrorismus

Blutiger Anschlag auf Moschee in Nigeria

Bei einem Selbstmordanschlag auf eine Moschee im Nordosten Nigerias sind mindestens zwölf Menschen getötet worden. Der Attentäter hatte sich unter die Gläubigen gemischt und einen Sprengsatz gezündet.

Nach ersten Informationen ereignete sich das Attentat während des Morgengebets in einer Moschee in der Stadt Gamboru, die im nordöstlichen Bundesstaat Borno liegt. Ein Selbstmordattentäter habe sich beim Frühgebet unter die Gläubigen gemischt und einen Sprengsatz in der Moschee gezündet, berichtete der britische Rundfunksender BBC unter Berufung auf Augenzeugen. Demnach hätten Wachleute nur eine Stunde zuvor mehrere Verdächtige am Stadtrand gesehen, von denen zwei geflüchtet seien. Ein weiterer aus der Gruppe habe vermutlich später den Anschlag verübt, sagte einer der Wachleute. Die Moschee wurde demnach völlig zerstört. Nur der Muezzin habe den Anschlag überlebt.

Es wird davon ausgegangen, dass die Terrorgruppe Boko Haram für den Anschlag verantwortlich ist.

Abubakar Shekau, Anführer der größten Boko-Haram-Fraktion, hatte sich erst am Montag in einem Video zu mehreren Anschlägen bekannt und zu Terror aufgerufen. In den vergangenen Monaten hatten die Terroristen vermehrt Märkte und Moscheen als Anschlagsziele ausgewählt.

Grenzgebiete zu Kamerun im Visier

Gamboru liegt an der Grenze zu Kamerun und ist in den vergangenen Jahren mehrfach zum Ziel von Anschlägen geworden. Erst im Dezember wurde dort ein Konvoi überfallen, vier Menschen starben. Im Mai 2014 waren bei schweren Anschlägen der Terrorgruppe Boko Haram in Gamboru und Ngala, einer Nachbarstadt, mehr als 300 Menschen getötet worden.

Nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IOM) sind weiterhin mehr als 1,7 Millionen Menschen auf der Flucht vor Boko Haram. Seit 2009 starben bei Anschlägen zwischen 20.000 und 25.000 Menschen. Die Gruppe hat ihren Kampf inzwischen auf Grenzgebiete in Kamerun und im Tschad ausgeweitet. Erst in seiner Neujahrsrede erklärte Präsident Muhammadu Buhari, Boko Haram sei besiegt. In den vergangenen Wochen hatte es immer wieder Anschläge auf Dörfer im Norden Nigerias gegeben, wo Boko Haram trotz erheblicher Militärpräsenz aus dem Untergrund heraus operiert.

sam/uh (afp, kna, rtr)