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Sanktionen

Blockiert China Kohle aus Nordkorea?

Die Krise um Nord-Korea belastet Börsen in Asien. In Hongkong und an chinesischen Börsen verloren Aktien von Kohle- und Energiekonzernen. Ursache: Meldungen, China blockiere nun ernsthaft Kohleimporte aus Nord-Korea.

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China soll Nordkorea unter druck setzen

Die Börse in Honkong schloss am Dienstag nahe ihres Vier-Wochen-Tiefs. Beobachter verwiesen zur Begründung unter anderem auf Nord-Korea. Händler in China hatten Anfang der Woche von einer Anordnung des chinesischen Zolls berichtet. Danach werden chinesische Handelsfirmen aufgefordert, Kohleimporte aus Nordkorea in das Land zurückzuschicken. 

Ein Händler der Dandong Trade Co., dem größten Einkäufer von Kohle aus Nordkorea, sagte der Agentur Reuters, seine Firma sitze auf 600.000 Tonnen Kohle aus dem weitgehend isolierten Land, das in mehreren chinesischen Häfen lagere. Der Händler wollte seinen Namen nicht nennen. Die Zollbehörden hätten offiziell angeordnet, die Kohle-Lieferungen müssten zurück geschafft werden. Eine Stellungnahme des chinesischen Zolls gab es zunächst nicht.

Zwei Millionen Tonnen Kohle

Insgesamt liegen in chinesischen Häfen den Händlerangaben zufolge rund zwei Millionen Tonnen Kohle aus Nordkorea fest. Fachleute für Schiffstransporte berichteten, rund ein Dutzend vollbeladener Kohle-Transportschiffe sei nach Nordkorea  zurück geschickt worden. Dem Branchendienst Eikon zufolge gingen die Schiffe von den chinesischen Häfen Weihai und Peng Lai zurück nach Nordkorea zum Hafen von Nampo.

Es ist nicht das erste Mal, dass Meldungen über die Unterbrechung von Kohle-Importen aus Nord-Korea nach China auftauchen. Der UN-Sicherheitsrat hat mehrfach Handelssanktionen wegen des Atomprogramms Nordkoreas gegen Pjöngjang erlassen. Bereits Mitte Februar hatte Peking offiziell angekündigt, man werde alle Kohle-Importe aus dem Land bis Ende des Jahres stoppen. Allerdings blieb offen, wie ernsthaft diese Ankündigung gemeint war. Offizielle Zahlen des Zolls zeigen nämlich, dass die Einfuhren nordkoreanischer Kohle nach China im Februar um fast 40 Prozent zugelegt haben. Damit lag der Wert der Kohle-Lieferungen aus dem weitgehend abgeschotteten Land bei knapp 98 Millionen Dollar.

Grenzstadt Dandong - Nordkorea und China - Kohle (Reuters/B. Goh)

Kohlelager in China, Grenzstadt Dandong

Kohle für Stahlwerke

Kohle macht den Löwenanteil der Exporte Nordkoreas nach China aus. Im Februar lieferte Nordkorea insgesamt Waren im Wert von knapp 177 Millionen Dollar nach China. Experten vermuten, dass das Regime in Pjöngjang zu 90 Prozent vom Handel mit China abhängt. Vor gut einem Jahr war eine weitere größere Einnahmequelle weggefallen, als Südkorea die Sonderindustriezone Kaesong schloss. Dort produzierten Arbeiter aus dem Norden Billigwaren für den Süden.

Nordkorea ist bislang einer der wichtigsten Kohlelieferanten Chinas. Dabei geht es insbesondere um Brennstoff für die Stahlproduktion. Den Wegfall Nordkoreas versucht Peking offenbar durch Lieferungen aus den USA auszugleichen. Angaben des Branchendienstes Eikon zeigen, dass zwar in den Jahren 2015 und 2016 praktisch keine US-Kohle nach China verschifft wurde. Im Februar des Jahres aber lag das Volumen der Lieferungen bereits bei über 400.000 Tonnen.

ar/ul (rtr, afp)     

 

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