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Kultur

Birmas Junta verwaltet das Chaos

Nach dem Zyklon verweigert das Militärregime Helfern weiter die Einreise. UN-Chef Ban zeigt sich 'frustriert', will den Sicherheitsrat aber nicht einschalten. UN und Hilfsorganisationen gehen von rund 100.000 Toten aus.

Menschen zwischen Holztrümmern, im Hintergrund Palmen (11.5.2008, Mangalay (Birma), Quelle: AP)

Überlebende Dorfbewohner reparieren ihre zerstörten Häuser

Trotz der dramatischen Situation der Zyklon-Opfer in Birma verweigert die Militärregierung ausländischen Helfern nach wie vor weitgehend die Einreise. Die Bedürfnisse der Überlebenden des Wirbelsturms seien erst einmal gestillt worden, sagte Vizeadmiral Soe Thein laut einem Bericht der Zeitung "New Light of Myanmar" vom Dienstag (13.5.2008). Sein Land sei dankbar für die Hilfslieferung aus den USA, fügte er hinzu. "Die Gabe wird die Freundschaft zwischen den Regierungen, Armeen und Völkern beider Länder verstärken." Dem Junta-Vertreter zufolge braucht Birma aber keine ausländischen Helfer, sondern vielmehr Hilfslieferungen und Geld.

Hilfgüter werden ausgeladen (12.5.2008, Rangun, Quelle: dpa)

Am 12. Mai hat der erste US-Hilfsflug Rangun erreicht

Ein erstes US-Militärflugzeug mit Hilfsgütern war am Montag in Birma gelandet, zwei weitere sollten am Dienstag eintreffen. Trotz des verheerenden Ausmaßes der Wirbelsturmkatastrophe hat die Junta bisher nur vereinzelt ausländische Hilfe angenommen und wenige Helfer ins Land gelassen.

EU-Krisensitzung

Angesichts der völlig unzureichenden Hilfe für die Zyklonopfer in Birma kommen am Dienstag in Brüssel die europäischen Entwicklungshilfeminister zu einer Krisensitzung zusammen. Die EU will ihre Hilfe aufstocken und verhindern, dass Überlebende an Hunger, verseuchtem Wasser und Krankheiten sterben.

Mönche stehen neben Zweigen und Baumresten (5.5.2008, Rangun (Birma), Quelle: AP)

Mönche helfen bei den Aufräumarbeiten

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon lehnte es allerdings zunächst ab, den Weltsicherheitsrat einzuschalten. Gleichwohl machte Ban seine Verärgerung über die mangelnde Kooperation der Militärjunta in Birma deutlich. "Ich möchte meine tiefe Sorge und gewaltige Frustration über die inakzeptabel langsame Antwort auf diese schwerwiegende humanitäre Krise zum Ausdruck bringen", erklärte er in New York.

Nach Angaben von Ban sind weniger als ein Drittel der mehr als 1,5 Millionen Überlebenden des verheerenden Zyklons versorgt worden. Und selbst die rund 270.000 Opfer, die man habe versorgen können, hätten nur das Allernötigste bekommen.

Mehr Opfer als nach Tsunami 2004?

Trotz Hilfslieferungen ist die Versorgung der gut 1,5 Millionen Zyklon-Opfer in Birma weiterhin völlig unzureichend. Hilfsorganisationen warnen vor großer Seuchengefahr. Dadurch könnten in den nächsten Wochen mehr Menschen sterben als insgesamt beim Tsunami 2004, warnt die Hilfsorganisation Oxfam. Bei der Flutkatastrophe in Südostasien waren mindestens 230.000 Menschen ums Leben gekommen.

Mann neben Box mit Aufschrift Technisches Hilfswerk (12.5.2008, Rüsselsheim, Quelle: AP)

THW-Helfer bringen Wasser-Aufbereitungsanlagen nach Birma

Die Regierung in Birma gibt laut BBC die Zahl der Toten nach dem Zyklon "Nargis", der am 3. Mai Teile des Landes verwüstete, nunmehr mit knapp 32.000 an. Zuvor waren 28.000 Tote genannt worden. Mehr als 30.000 Menschen gelten als vermisst. Die Vereinten Nationen gehen von bis zu 100.000 Toten aus.

Deutsche Helfer des Technischen Hilfswerks (THW) sind am Montagabend vom Frankfurter Flughafen aus nach Birma gestartet. An Bord der Lufthansa-Maschine, die über Thailand fliegt, befinden sich zwölf Experten zur Trinkwasser-Aufbereitung und ein Spezialist der in Göttingen stationierten "Schnelleinsatz-Einheit Wasser Ausland". Sie sollen in den Überschwemmungsgebieten im Süden Birmas die Menschen mit sauberem Wasser versorgen. (rri)

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