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Politik

Besuch unter schlechten Vorzeichen: Pervez Musharraf trifft George W. Bush

Vor dem Treffen mit dem US-Amtskollegen erhebt Pakistans Präsident schwere Vorwürfe gegen die USA: Im Jahr 2001 habe Washington gedroht, sein Land zu bombardieren.

US-Präsident Bush blickt auf den links von ihm stehenden pakistanischen Präsidenten Pervez Musharraf

Eigentlich Verbündete: George W. Bush mit Pervez Musharraf im März 2006

Im Anschluss an die Terroranschläge vom 11. September 2001 habe der damalige stellvertretende US-Außenminister Richard Armitage dem pakistanischen Geheimdienstchef gesagt, dass mit einem Angriff zu rechnen sei, falls sich das Land nicht am Kampf gegen die radikal-islamischen Taliban in Afghanistan beteilige. Das sagte Präsident Pervez Musharraf am Donnerstag (21.9.06) dem Fernsehsender CBS. Er zitierte Armitage mit den Worten: "Seid darauf vorbereitet, bombardiert zu werden. Seid darauf vorbereitet, dass es in die Steinzeit zurück geht." Dazu Musharraf: "Ich denke, das war eine sehr grobe Bemerkung". Er habe daraufhin Maßnahmen im Interesse der Nation ergriffen.

Vom Freund zum Feind der Taliban

Islamabad hatte vor den Terroranschlägen von New York und Washington die Taliban im benachbarten Afghanistan massiv unterstützt. Pakistan gehörte zu den wenigen Ländern, die das Regime anerkannt hatten. Nach dem 11. September 2001 vollzog Musharraf eine
Kehrtwende und stellte sich im Anti-Terror-Kampf an die Seite der USA und gilt inzwischen als einer der engsten Verbündeten in deren "Krieg gegen den Terror".

Musharraf wird am Freitag im Anschluss an seine Rede vor der Vollversammlung der Vereinten Nationen zu einem offiziellen Besuch in Washington erwartet. Unter anderem ist eine Unterredung mit US-Präsident George W. Bush geplant.

Armitage: "Für oder gegen uns!"

Armitage entgegnete am Donnerstag dem Sender CNN, dass er nie damit gedroht habe, Pakistan zu bombardieren. Er habe den Pakistanern lediglich bedeutet, dass sie «entweder für uns oder gegen uns» sein müssten. Er wundere sich, dass Musharraf seine Aussage so unterschiedlich wiedergebe. Das Weiße Haus will Musharrafs Vorwurf nicht kommentieren, wie die BBC berichtet.

Missstimmung zwischen den Verbündeten

Bereits am Mittwoch (20.9.06) war es zu Verstimmungen zwischen den USA und Pakistan gekommen. Bush hatte in einem Interview erklärt, die USA würden auf pakistanisches Territorium vordringen, wenn sie eine konkrete Chance sähen, dort den Terroristenchef Osama bin Laden zu fassen. "Wir würden die erforderlichen Maßnahmen ergreifen, um sie der Gerechtigkeit zuzuführen", sagte Bush dem Fernsehsender CNN.

Am Samstag (23.9.06) wird Pervez Musharraf zusammen mit UN-Generalsekretär Kofi Annan seine Autobiographie vorstellen. "In the Line of Fire", heißt der Titel.

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