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Kunst

Bernar Venet: Monumentales in Stahl

Seine Stahlskulpturen inszeniert Bernar Venet gern im öffentlichen Raum. Nun ziert mit "ARC '89" auch die Stadt Bonn eine Arbeit des französischen Bildhauers. Das 17 Meter hohe Werk wurde offiziell enthüllt.

Vierzehn gebogene Stahlträger ragen in den Bonner Himmel. Satte 42 Tonnen wiegt das Monstrum mit dem zunächst kryptisch wirkenden Namen "ARC '89". Dahinter verbirgt sich die 89-Grad-Biegung der sichelförmigen Stahlträger - eine Anspielung auf das Jahr 1989, das eine besondere Rolle in der deutschen Geschichte spielt: Die Mauer fiel. Die Jahreszahl markiert einen Wendepunkt in den Beziehungen zwischen Ost und West. Bonn wird nach der deutschen Wiedervereinigung von Berlin als Bundeshauptstadt abgelöst. Die Stadt muss sich verändern. "ARC '89" steht deshalb auch für Erneuerung und Wandel.

In "Rostige Spaghetti" hat der Bonner Volksmund den Koloss bereits vor der Enthüllung, die Oberbürgermeister Ashok Sridharan und in Vertretung für Siegmar Gabriel Bundesjustizminister Heiko Maas vornahmen, umbenannt. Bernar Venet hat diese himmelstürmende Skulptur speziell für diesen Platz entworfen - einen Kreisverkehr auf der Bonner Museumsmeile, gegenüber der Bundeskunsthalle. In Zeiten klammer Stadtkassen wird das Kunstwerk als zehnjährige Leihgabe von der Bonner Stiftung für Kunst und Kultur finanziert. Am Ende der Dekade soll die Politik entscheiden, was weiter geschieht.

Bernar Venets 216.5 Arc x 21 bei einer Kunstausstellung in Belgien

Mit seinen herausragenden Stahlskulpturen wurde der französische Bildhauer Venet bekannt

Vom Bühnenbildner zum Bildhauer

Keine Frage, Stahlskulpturen sind es, die den Namen Bernar Venet zu einem Markenzeichen gemacht haben - zu einem herausragenden Bildhauer der Gegenwart. "ARC '89" ist nur eine von vielen dieser Gattung.

Bernar Venet ist 1941 im französischen Château-Arnoux geboren. Bereits im Alter von zehn Jahren widmete er sich der Malerei. 1961 begann er, künstlerisch zu arbeiten. Zuvor hatte er an der städtischen Schule für Gestaltende Kunst in Nizza studiert. Bis 1863 war Venet als Bühnenbildner an der Oper der südfranzösischen Stadt tätig. 1971 legte er eine fünfjährige Schaffenspause ein, in der er sich kunsttheoretischen Fragen widmete und Kunst und Kunsttheorie an der Pariser Universität Sorbonne lehrte.

Bernar Venet: "Stahlbaron" der Kunst

In dieser Lebensphase suchte Venet Antworten auf physikalische und mathematische Fragen. Die Linie wurde für ihn zur künstlerischen Herausforderung. Das spiegelt sich bis heute in seinen raumgreifenden Skulpturen wider. Mittels schwungvoller Linien in seinen Stahlskulpturen setzt er sich mit Zeit, Raum, Bewegung, System und Zufall auseinander.

Bernar Venet vor seiner Skulptur Desordre (Foto: Getty Images/AFP/G. Julien)

Bernar Venet

Als Venet seine künstlerische Tätigkeit 1976 wieder aufnahm, entstanden neben Gemälden und Holzreliefs die ersten Stahlskulpturen. Es folgten immer wieder Ausflüge in die Welt von Ballett, Musik, Fotografie und Film. Sein Hauptaugenmerk gilt jedoch der Bildhauerei. Venet hat 1989 den "Grand Prix des Arts de la Ville de Paris" gewonnen und hat an der Documenta VI und VII sowie der 38. und 53. Biennale von Venedig teilgenommen.

Besonders für öffentliche Plätze werden bei Venet Skulpturen in Auftrag gegeben. Sie stehen unter anderem in New York, Nizza, Luxemburg und Berlin - und nun auch in Bonn. Nicht zu übersehen - eben: monumental in Stahl.

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