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Konflikt um Ronhingya-Minderheit

Bangladesch verbannt Rohingya auf unwirtliche Insel

Unter ohnehin unmenschlichen Bedingungen hausen mehr als 200.000 aus Myanmar geflüchtete Rohingya im benachbarten Bangladesch. Nun will Dhakas Regierung sie ganz aus ihrem Blickfeld schaffen.

Bangladesch die Küstenwache patrouilliert auf der Thengar Char Insel (Reuters/M. P. Hossain)

Soldaten patrouillieren auf Thengar Char

Bangladesch will die Rohingya auf die abgelegene Insel Thengar Char nahe der Insel Hatiya im Golf von Bengalen deportieren. Man sehe sich mit den muslimischen Flüchtlingen überfordert, begründete Außenminister Abul Hassan Mahmood Ali in der Zeitung "Daily Star" die Entscheidung. Die Regierung in Dhaka setzte in der vergangenen Woche einen Ausschuss ein, der die Umsiedlungspläne forcieren soll. Ein Behördenvertreter gab allerdings zu bedenken, dass die 2430 Hektar große und sehr tief liegende Insel vor allem in der Regenzeit nur eingeschränkt bewohnbar ist. Außerdem sei sie ein Rückzugsort für Piraten.

Schwere Vorwürfe auch gegen Sicherheitskräfte in Myanmar

Menschenrechtler und die Vereinten Nationen kritisierten das Vorhaben scharf. Dieser Vorschlag sei inakzeptabel, betonte Human Rights Watch. Die Hilfsorganisastion wies in einem Bericht zugleich darauf hin, dass die Minderheit der Rohingya auch in ihrem mehrheitlich buddhistischen Herkunftsland Myanmar systematischer Verfolgung ausgesetzt ist. Mädchen und Frauen würden im westlichen Teilstaat Rakhine von Grenzpolizisten und Soldaten "systematisch" vergewaltigt.

Bangladesch Rohingya Flüchtlinge im Flüchtlingslager Kutupalang (picture-alliance/dpa/N. Islam)

In bitterer Armut hausen Rohingya-Flüchtlinge in Lagern in Bangladesch

Demnach waren Soldaten und Polizisten zwischen Oktober und Mitte Dezember in mindestens neun Rohingya-Dörfern im Distrikt Maungdaw an Vergewaltigungen und Gruppenvergewaltigungen beteiligt. Die "widerlichen Angriffe" seien ein neues und brutales Kapitel in der langen Geschichte sexueller Gewalt des birmanischen Militärs gegen Frauen, sagte HRW-Expertin Priyanka Motaparthy. Die Regierung von Myanmar müsse "unverzüglich eine unabhängige, internationale Untersuchung der Missbrauchsvorwürfe zulassen".

UN: Verbrechen gegen die Menschlichkeit

Vor einigen Tagen hatten die Vereinten Nationen der Armee von Myanmar "Verbrechen gegen die Menschlichkeit" bei ihren Militäroperationen gegen die Rohingya vorgeworfen. Die Armee macht eine militante Rohingya-Gruppe für Angriffe auf Grenzposten verantwortlich und startete deswegen im Oktober in der Region Maungdaw eine breit angelegte Offensive. Außer für systematische Vergewaltigungen wird das Militär für Morde, Folter, Verschleppung sowie das Niederbrennen von Dörfern verantwortlich gemacht. Mehr als 65.000 Rohingya flohen seither nach Bangladesch.

Inzwischen leben etwa 250.000 Angehörige der in Myanmar verfolgten Volksgruppe in dem Nachbarland. Ein Großteil von ihnen haust unter erbärmlichsten Bedingungen in Camps im Cox's-Bazar-Distrikt an der Grenze zu Myanmar, einer Urlaubsgegend mit idyllischen Sandstränden. 

Bangladesch Rohingya Flüchtlinge fliehen über die Grenze (Getty Images/A. Joyce)

Rohingya-Flüchtlinge: Sowohl in Myanmar als auch in Bangladesch ist die Minderheit unerwünscht

Bangladeschs Außenminister Ali appellierte jetzt an die internationale Gemeinschaft, sich dafür einzusetzen, dass die Rohingya zurück nach Myanmar kommen. Die Rohingyas sind in ihrem mehrheitlich buddhistischen Herkunftsland nicht als Minderheit anerkannt. Zudem erhalten sie die Nationalität nicht, so dass sie staatenlos sind. Die Führung in Myanmar betrachtet die Rohingya als illegale Einwanderer aus Bangladesch, obwohl viele von ihnen schon seit Generationen in Myanmar leben.

se/sti (afp, epd, ap, kna)

 

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