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Asien

Bangladesch schränkt Bewegungsfreiheit der Rohingya ein

Mit Mühe und Not sind rund 400.000 Rohingya aus Myanmar geflohen. Mindestens die Hälfte davon sind nach UN-Angaben Kinder. Bangladesch hat sie aufgenommen - aber nicht mit offenen Armen.

So schränkte die Regierung Bangladeschs die Bewegungsfreiheit der Flüchtlinge jetzt drastisch ein. Sie müssen nun in bestimmten Lagern bleiben. Die Lebensbedingungen dort sind schlecht. Heftiger Monsunregen verschärft die Lage zusätzlich.

Eine Polizeisprecherin in Bangladesch erklärte, die Flüchtlinge müssten in den von der Regierung ausgewiesenen Lagern bleiben, "bis sie in ihr Land zurückkehren". Die Flüchtlinge seien auch aufgefordert worden, nicht in Häusern von Verwandten oder Freunden zu wohnen, und die Bevölkerung solle keine Flüchtlinge bei sich aufnehmen. Auch Bus- und Lastwagenfahrer sollten keine Rohingya mitnehmen.

Polizeikontrollen

Die Polizei richtete Kontrollpunkte an Straßen ein. Nachdem bereits zahlreiche Flüchtlinge in mehreren Städten fernab der Grenze gesehen wurden, fürchten die Behörden, dass sich tausende neu ankommende Rohingya überall im ohnehin bitterarmen Bangladesch niederlassen. Begonnen wurde deshalb auch mit der Umsiedlung von Flüchtlingen, die sich in der Grenzstadt Cox's Bazar an Straßenrändern und Berghängen niedergelassen haben.

Zehntausende Flüchtlinge würden in das neue riesige Auffanglager Balukhali bei Cox's Bazar gebracht werden, um Ordnung in das Chaos zu bringen, kündigte ein Regierungssprecher in Dhaka an.

Flucht über den Grenzfluss: Rohingyas auf dem Weg nach Bangladesch (DW/M.M. Rahman)

Flucht über den Grenzfluss: Rohingyas auf dem Weg nach Bangladesch

UN-Generalsekretär Antonio Guterres sagte dem britischen Rundfunksender BBC, wenn Friedensnobelpreisträgerin Suu Kyi jetzt nicht etwas an der Situation ändere, dann drohe eine Tragödie.

Myanmars De-facto-Regierungschefin will am Dienstag Stellung zu der Situation beziehen. Die Rede wurde schon im Vorfeld als die wichtigste ihrer gesamten Amtszeit bezeichnet. Aktuell steht die Nobelpreisträgerin massiv in der Kritik: Wegen ihres Schweigens zu den Geschehnissen in der Region Rakhine, aus der die Rohingya-Flüchtlinge kommen, werden Suu Kyi international Vorwürfe gemacht. Möglicherweise auch deshalb sagte sie eine Reise zur Generaldebatte der UN-Vollversammlung kommende Woche in New York ab.

In dem zu mehr als 90 Prozent von Buddhisten bevölkerten Myanmar werden die muslimischen Rohingya als illegale Einwanderer angesehen und als "Bengalen" bezeichnet - obwohl viele von ihnen seit Generationen im Land leben. Die Rohingya gelten als eine der am meisten verfolgten Minderheiten der Welt.
 

cgn/haz (afp, dpa)