1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Kultur

Banges Warten auf "Rita"

Zwei Millionen Menschen sind auf der Flucht vor "Rita". Der Hurrikan ist zwar schwächer geworden, doch immer noch unklar bleibt, welche Richtung er genau einschlagen wird.

default

Wohin wirbelt der Sturm?

Beim Brand eines Hurrikan-Flüchtlingen besetzten Busses sind am Freitag in Texas bis zu 20 Menschen ums Leben gekommen, wie die Behörden mitteilten. An Bord des Busses, der völlig in Flammen aufging, waren 45 zu meist ältere Menschen. Der Bus war in stockendem Verkehr auf einer texanischen Fernstraße in Brand geraten.

Hurrikan Rita, Warten an der Tankstelle

Zehntausende auf der Flucht

Derzeit befinden sich hunderttausende Menschen im Süden der USA auf der Flucht vor dem Hurrikan. Viele von ihnen sitzen stundenlang in Staus fest. Auf den Autobahnen landeinwärts von Houston stand der Verkehr zeitweise auf einer Länge von bis zu 160 Kilometern. Einigen Fahrern ging das Benzin aus. In weiten Teilen der Region hatten die Behörden Zwangsevakuierungen angeordnet.

Schwächer aber nicht ungefährlicher


Zwar hat der Wirbelsturm "Rita" auf dem Weg zur texanischen Küste mittlerweile etwas an Stärke verloren und wurde deshalb zum Hurrikan der zweithöchsten Kategorie herabgestuft. Dennoch warnte das Nationale Hurrikan-Zentrum in Miami, dass Rita "ein äußerst gefährlicher Hurrikan" bleibe. Sie rechnen weiter damit, dass "Rita" am Freitagabend oder Samstagmorgen (Ortszeit) auf Land treffen werde. Dabei könnte der Sturm jedoch von seinem bisherigen Kurs etwas nach Norden abdrehen und die texanischen Metropolen Houston und Galveston möglicherweise verschonen.


Ausgestorbene Städte

Die 58.000-Einwohner-Stadt Galveston, wo im Jahr 1900 ein Hurrikan die bislang schlimmste Naturkatastrophe der USA mit bis zu 12.000 Toten verursachte, war am Donnerstag bereits wie ausgestorben. Bürgermeisterin Lyda Ann Thomas sagte dem US-Fernsehsender CNN, zwischen 75 und 80 Prozent der Einwohner hätten die Stadt bereits verlassen. Die Straße in das 65 Kilometer nördliche Houston war zeitweise verstopft. Familien ohne Autos wurden in Schulbusse verfrachtet. Rettungskräfte brachten alte und kranke Menschen mit Krankenwagen und Bussen in Sicherheit.

Nationalgarde in Marsch gesetzt

Hurrikan Katarina in New Orleans Evakuierung

Verwüstungen wie bei "Katrina"?

Auch aus Houston schleppten sich endlos scheinende Autokonvois nach Norden. Die meisten Tankstellen, Geschäfte und Restaurants waren geschlossen. Die Raumfahrtbehörde NASA evakuierte die 15.000 Mitarbeiter aus ihrem Zentrum in der Metropole. Die Bundesbehörden stellten Lastwagen mit Wasser, Eis, Nahrung und Medikamenten bereit. Der texanische Gouverneur Rick Perry mobilisierte 5000 Mitglieder der Nationalgarde. Seine Kollegin in Louisiana, Kathleen Blanco, forderte alle Bewohner der Küstenregionen zur Flucht auf. Bereits am Vortag hatte Bush den Notstand über Texas und Louisiana verhängt.

Tausende "Katrina"-Flüchtlinge, die in Texas oder im Innenland von Louisiana untergekommen waren, wurden durch "Rita" erneut vertrieben. Auch die wenigen Menschen, die nach New Orleans zurückgekehrt waren, ergriffen meist erneut die Flucht. Die dortigen Behörden befürchteten, dass die mühsam geflickten Deiche nicht standhalten würden. Die Meteorologen warnten vor neuen Sturzfluten in der Stadt. Gouverneurin Blanco ging davon aus, dass von der Küste ihres Staates zwischen 300.000 und 500.000 Menschen flüchten würden.

Ölindustrie leidet

Beschädigter Ölplattform vor New Orleans

Mehr als zehn texanische Raffinerien wurden bis Donnerstagabend bereits vorsorglich still gelegt.

Auch der neue Hurrikan hat starke Auswirkungen auf die Ölindustrie. Die Konzerne BP und Shell schlossen nach eigenen Angaben mehrere große Raffinerien in Texas und zahlreiche Ölförderanlagen im Golf von Mexiko. Aber auch die deutschen Chemieunternehmen Bayer, BASF, Degussa und Lanxess machten ihre Werke in Texas dicht oder drosselten die Produktion. (ina)

Die Redaktion empfiehlt