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Aktuell Welt

Ban Ki Moon fordert legale Einreisewege für Flüchtlinge

Mit klaren Worten hat der UN-Generalsekretär die internationale Gemeinschaft aufgerufen, mehr Kriegsflüchtlinge aus Syrien aufzunehmen. Es sei eine "exponentielle Steigerung der weltweiten Solidarität" nötig, so Ban.

Der Krieg in Syrien habe "zur größten Flüchtlings- und Vertreibungskrise unserer Zeit geführt", betonte der Generalsekretär der Vereinten Nationen (UN), Ban Ki Moon, auf der Syrien-Konferenz des Flüchtlingshilfswerks UNHCR in Genf. Zur Entlastung der Nachbarländer Syriens müssten deutlich mehr Staaten deutlich mehr Kriegsflüchtlinge aufnehmen als bisher.

Ban fordert legale Einreisewege für Flüchtlinge

Von den bislang insgesamt 4,8 Millionen Syrern, die in die Türkei, in den Libanon, nach Jordanien und Ägypten sowie in den Irak geflohen seien, sollten wohlhabendere Staaten wenigstens zehn Prozent aufnehmen, forderte Ban. Das wären 480.000 Menschen und damit "eine relativ kleine Zahl", verglichen mit den Lasten, die die Nachbarländer Syriens seit Jahren tragen würden. Bislang lägen den UN aber nur Zusagen über insgesamt 178.000 Plätze zur Aufnahme syrischer Migranten vor.

Ban forderte außerdem, es müssten zusätzliche legale Wege der Einreise geschaffen und angeboten werden. Ein organisierter Transfer halte die Menschen davon ab, auf gefährlichen und illegalen Wegen nach Europa zu gelangen, sagte er vor Vertretern aus mehr als 90 Staaten und von zahlreichen internationalen Organisationen.

Friedensgespräche für Syrien bleiben schwierig

Das UN-Flüchtlingshilfswerk hofft, dass die Konferenz zu mehr freiwilligen Aufnahme-Versprechen vor allem seitens der wohlhabenderen Länder führt. Dies dürfe aber keineswegs als Ersatz für die Aufnahme von Flüchtlingen in Übereinstimmung mit dem internationalem Recht gesehen werden, erklärte der UN-Hochkommissar für Flüchtlinge, Filippo Grandi. Mehr Länder sollten sich entschließen, verschiedene Einreise- und Aufenthaltsmöglichkeiten anzubieten - wie etwa humanitäre Transfervisa, Hochschulstipendien, Familienzusammenführungen oder auch private Patenschaften.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon steht an einem Rednerpult beim UNHCR in Genf (Foto: AFP)

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon: Nehmt mehr Flüchtlinge auf!

Seit Ausbruch des syrischen Bürgerkrieges vor fünf Jahren sind rund 250.000 Menschen getötet worden. Fünf Millionen Syrer befinden sich auf der Flucht. Zwar seien die Kampfhandlungen abgeflaut, sagte Ban. Nötig sei aber ein Waffenstillstand, der zu einer politischen Lösung des Konflikts führen müsse. Ebenfalls in Genf laufen Friedensgespräche zwischen den Konfliktparteien unter Aufsicht der UN. Allerdings gestalten sich die Verhandlungen schwierig.

cw/rb (epd, dpa, rtr)