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Sport

Badminton-Skandal bei Olympia

Es war ein unwürdiges Schauspiel, das die Zuschauer in der Wembley Arena erlebten. Vier Top-Badminton-Doppel duellierten sich - alle wollten verlieren. Nun wurden die Spielerinnen disqualifiziert.

An official (2nd L) speaks to players from China and South Korea during their women's doubles group play stage Group A badminton match during the London 2012 Olympic Games at the Wembley Arena in this July 31, 2012 file photo. Top badminton officials met at Wembley Arena on August 1, 2012 to decide the fate of four women's doubles pairs charged with misconduct for attempting to lose their Olympic matches to secure a more favourable draw. From left: South Korea's Kim Ha-na, Jung Kyung-eun, China's Yu Yang and Wang Xiaoli. REUTERS/Bazuki Muhammad/Files (BRITAIN - Tags: SPORT BADMINTON OLYMPICS)

Badminton China Disqualifikation

Der Badminton-Weltverband hat acht Spielerinnen aus China, Südkorea und Indonesien vom olympischen Doppel-Wettbewerb in London ausgeschlossen. Sie sollen Vorrundenspiele manipuliert haben, um in der K.o.-Runde leichtere Kontrahenten zu haben. Alle acht Spielerinnen wurden vom Verband disqualifiziert. Damit ist Olympia für sie beendet, weil sie in keiner anderen Konkurrenz am Start sind. Südkorea und Indonesien legten dagegen Protest ein.

Das topgesetzte chinesischen Damendoppel Wang Xiaoli/Yu Yang hatte seine Partie gegen die Südkoreanerinnen Jung Kyung-Eun und Kim Ha-Na in der Wembley Arena unter skandalösen Umständen mit 14:21 und 11:21 verloren. Auch bei der Partie zwischen den Südkoreanerinnen Ha Jung-Eun/Kim Min-Jung und dem indonesischen Doppel Meiliana Juahari/Greysia Polii war keines der beiden Teams wirklich gewillt, als Sieger das Feld zu verlassen.

Wang Xiaoli (r.) und Yu Yang (Foto: REUTERS)

Das topgesetzte chinesische Damendoppel Wang Xiaoli (r.) und Yu Yang

"Wir waren schon qualifiziert, wir wollten Kraft sparen für die K.o.-Runden", verteidigte Yu Yang ihr Verhalten. Mitte des ersten Satzes schlugen die Gold-Kandidatinnen so gut wie jeden Aufschlag ins Netz. Die Zuschauer in der Londoner Wembley Arena quittierten dies mit Buh-Rufen, ehe der dänische Oberschiedsrichter Thorsten Berg eingriff und mit einer Disqualifikation drohte. Danach brachten die Spielerinnen zumindest den Aufschlag ins Feld, agierten aber völlig lustlos.

"Eine Schande für unseren Sport"

Der Weltverband hatte zum ersten Mal in der olympischen Badmintongeschichte Gruppenspiele eingeführt und damit die "taktischen Spielchen" überhaupt erst ermöglicht. Bereits in den vergangenen Monaten hatte es bei der Olympia-Qualifikation immer wieder Diskussionen um unsportliches Verhalten der Chinesen gegeben. Häufig wurden Spiele kampflos abgegeben, wenn zwei Chinesen aufeinandertrafen.

"Was da passiert ist, ist so dumm und eine Schande für unseren Sport", sagte der deutsche Europameister Marc Zwiebler. Und Michael Vesper, Chef de Mission der deutschen Olympiamannschaft, erklärte: "Die Entscheidung ist konsequent und richtig und sollte allen eine Lehre sein. Taktieren gehört sicher zum Sport, aber Manipulation darf keine Chance haben."