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Politik

Australien verdoppelt Truppen in Afghanistan

Wegen der schlechten Sicherheitslage in Afghanistan will Australien seine Truppen dort auf fast 1000 Mann verdoppeln. Bei neuen Anschlägen der Taliban starben zwei afghanische Soldaten.

Bekommen Verstärkung: australische ISAF-Soldaten in der Provinz Oruzgan südlich von Kabul

Bekommen Verstärkung: australische ISAF-Soldaten in der Provinz Oruzgan südlich von Kabul

Premierminister John Howard kündigte am Dienstag (10.4.07) die Entsendung von gut 300 Elite-Soldaten und einer Luftwaffenstaffel mit 75 Mann an. Sie sollten unter anderem die Nachschub- und Versorgungsstrecken sichern. Die Soldaten würden zunächst in der Provinz Oruzgan zum Einsatz kommen und mindestens zwei Jahre vor Ort bleiben. Knapp 400 australische Soldaten sind dort bereits stationiert, außerdem 120 militärische Sicherheitsleute. Die Zahl der Soldaten werde durch die Verstärkung bis Mitte nächsten Jahres auf 950 steigen und 2008 etwa 1000 betragen. Dabei hatte Australien erst im September 2006 Spezialeinheiten aus Afghanistan abgezogen.

Vom Wiederaufbau zum Kampfeinsatz

Es gebe deutliche Anzeichen, dass sich die Sicherheitslage in Afghanistan verschlechtert habe, sagte Howard in Canberra. "Wir haben ein nationales Interesse daran, dass Afghanistan kein Zufluchtsort für Terroristen wird." Die Situation in Afghanistan sei gefährlich, und die Australier müssten sich darauf gefasst machen, dass Soldaten getötet würden. Bislang ist ein australischer Soldat in Afghanistan ums Leben gekommen. Er starb bei einer Minenexplosion im Februar 2002.

Während die bereits in Afghanistan stationierten australischen Soldaten vor allem am Wiederaufbau beteiligt sind, sollen die Elitekräfte die Kommandostrukturen der Taliban-Extremisten zerstören und ihre Versorgungslinien abschneiden, sagte Howard. Die Luftwaffentruppe soll in der Region Kandahar im Sommer die Überwachung des Luftraums übernehmen.

Auch Deutschland verstärkt militärisches Engagement

Die USA stellen in Afghanistan rund 14.000 Soldaten. Die Bundeswehr hat rund 3100 Mann im ruhigeren Norden Afghanistans und in der Hauptstadt Kabul im Einsatz. Seit vergangener Woche sind zudem sechs Tornado-Jets in Afghanistan stationiert, um die von der Nato geführte Schutztruppe Isaf im Süden des Landes mit Luftaufklärung zu unterstützen. Kampfeinsätze sind nicht vorgesehen. Die Flugzeuge wurden am Montag unter NATO-Befehl gestellt. Zwei Jets absolvierten bereits einen 90-minütigen Einweisungsflug. Die eigentliche Aufklärungsarbeit soll dann am 15. April beginnen.

Tote bei Anschlägen im Süden

In Südafghanistan griffen mutmaßliche Taliban-Kämpfer unterdessen einen Konvoi der afghanischen Streitkräfte an und töteten zwei Soldaten. Die Behörden erklärten am Dienstag, der Konvoi sei am Montag auf der Schnellstraße zwischen der Hauptstadt Kabul und Kandahar unterwegs gewesen. In der Provinz Sabul seien Granaten auf die Fahrzeuge abgefeuert worden. Bis zu 14 afghanische Soldaten wurden den Angaben zufolge verletzt und zur Behandlung auf einen NATO-Stützpunkt gebracht.

Zuvor hatten mutmaßliche Taliban-Kämpfer nördlich von Kandahar ein Polizeifahrzeug angegriffen. Ein Polizist kam ums Leben, wie Polizeichef Esmatullah Alisai erklärte. Der afghanische General Rehmatulla Raufi sagte, in den vergangenen zwei Wochen seien bei zahlreichen Gefechten im Bezirk Sangin in der Provinz Helmand 20 Taliban-Kämpfer getötet worden. (al)

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