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Sport

Ausstieg von Honda beunruhigt die Formel 1

Der japanische Konzern verabschiedet sich mit sofortiger Wirkung aus der Königsklasse des Automobilsports. Als Grund für den Rückzug nannte die Unternehmensspitze die Wirtschaftskrise. Weitere Teams könnten folgen

Der Brite Jenson Button im Honda. Quelle: ap

Honda zieht nach einer weiteren enttäuschenden Saison die Reißleine

"Honda muss sein Kerngeschäft schützen", sagte Takeo Fukui, der Präsident des japanischen Automobilkonzerns. "Es war eine sehr schwierige Entscheidung". Die weltweite Wirtschaftskrise habe Honda aber keine Wahl gelassen. Am Mittwoch hatte das Unternehmen mitgeteilt, dass im Oktober im Vergleich zum Vorjahresmonat in den USA ein Viertel weniger Honda-Autos verkauft worden seien. Auch in Japan ist der Absatz des Konzerns um gut 20 Prozent eingebrochen.

Magere sportliche, schlechte finanzielle Bilanz

Honda-Chef Takeo Fukui verkündet bei einer Pressekonferenz den Ausstieg aus der Formel 1. Quelle: ap

Schwere Zeiten für Honda und seinen Präsidenten Fukui

Fukui entschuldigte sich bei den fast 700 Mitarbeitern des Formel 1-Rennstalls und bat um Verständnis. Nun werde ein Käufer für das in Brackley in England ansässige Team gesucht. Honda war nach einem vierjährigen Gastspiel in den 1960er Jahren 2006 wieder als eigenständiger Rennstall in die Formel 1 eingestiegen. Gleich in der ersten Saison konnte der Brite Jenson Button in Budapest gewinnen. Die folgenden Jahre aber verliefen enttäuschend. 2007 landete Honda mit insgesamt nur sechs Punkten auf dem achten Rang der Konstrukteurswertung. 2008 fuhren Button und sein brasilianischer Kollege Rubens Barrichello zusammenelf Punkten, Platz neun der Teamwertung war die Folge. Knapp 400 Millionen Euro soll der japanische Konzern zuletzt jährlich in den Rennstall gepumpt haben. Angeblich lag der Verlust bei 200 Millionen Euro. Aus Kostengründen war sogar die Weihnachtsfeier der Mitarbeiter abgesagt worden.

"Kosten für WM-Teilnahme unhaltbar"

Der Ausstieg von Honda könnte Signalwirkung haben, da die gesamte Automobilbranche wegen der Finanzkrise unter Spardruck steht. Kandidaten für einen Rückzug aus der Formel 1 wären die Teams BMW und Toyota, die ebenfalls in den vergangenen Jahren deutlich unter den gesteckten sportlichen Zielen blieben. Der Präsident des Weltautomobilverbands FIA, Max Mosley, schlägt Alarm. "Die weltweite wirtschaftliche Talfahrt hat die ohnehin kritische Situation noch verschärft." Die Befürchtungen, dass die Kosten für die WM-Teilnahme unhaltbar seien, hätten sich bestätigt. Die FIA verhandelt nach Angaben Mosleys mit dem englischen Motorenbauer Cosworth über günstige Formel 1-Motoren, die vor allem für die finanzschwächeren Teams gedacht seien. Hersteller wie Ferrari und Toyota hatten sich zuletzt deutlich gegen Einheitsmotoren ausgesprochen und für diesen Fall sogar mit dem Rückzug aus der Formel 1 gedroht. (sn)

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