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Sport

Lewis Hamilton nach Achterbahnfahrt im siebten Himmel

Das Finish passte zur Saison. In der letzten, der wohl verrücktesten Runde in der Formel-1-Geschichte, war erst Hamilton Weltmeister, dann Massa und am Ende doch wieder Hamilton.

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Am Ziel der Träume angelangt: Lewis Hamilton ist neuer Formel-1-Weltmeister

Regen zu Beginn und zum Schluss des Großen Preises von Sao Paulo machte das WM-Duell in Brasilien zu einer unfassbaren Zitterpartie aus der Lewis Hamilton als strahlender Sieger hervorging.

Jüngster Weltmeister aller Zeiten

Formel 1 in Brasilien Felipe Massa und Lewis Hamilton

Machten die WM mächtig spannend: Massa (links) und Hamilton

23 Jahre, neun Monate und 26 Tage ist er alt, der jüngste Formel-1-Weltmeister aller Zeiten – Lewis Hamilton. Dieses Mal hat er die Nerven behalten. Anders als in der letzten Saison, als der Brite im finalen Rennen in Sao Paulo den schon sicher geglaubten WM-Titel noch hauchdünn um einen Punkt an Kimi Räikkönen und Ferrari verlor, machte der McLaren-Mercedes-Pilot bei seinem zweiten Anlauf auf den Formel 1-Thron den Triumph perfekt. Dieses Mal hat er in der Gesamtwertung einen Punkt Vorsprung.

Hamilton ist nun nicht nur der jüngste, sondern zugleich auch der erste dunkelhäutige Formel-1-Champion. Eine Überraschung ist der WM-Endstand nicht. Weder Schumacher, Senna, Prost noch all die anderen Cracks sammelten in ihren ersten Jahren so viele Punkte wie das vielgelobte Jahrhunderttalent.

Die Saison begann mit einem Start nach Maß: In Melbourne feierte Hamilton einen Start-Ziel-Sieg und setzte sich sogleich an die Spitze der Gesamtwertung. Sein stärkster Konkurrent, der Brasilianer Filipe Massa im Ferrari, blieb in den ersten beiden Rennen ohne Punkt. Er schied zweimal Aus.

Offener Schlagabtausch bis zur letzten Kurve

Formel 1 in Brasilien 2008

Gut im Regen: Massa fuhr in Sao Paulo der Konkurrenz davon

Dann begann die Aufholjagd einer wirklich spannenden Saison. Hamilton und Massa lieferten sich Rennen für Rennen einen Schlagabtausch. Nach dem achten Lauf, dem Großen Preis von Frankreich, lag der Brasilianer vorne. Aber Hamilton schlug zurück und baute seine Führung im Gesamtklassement auf zwischenzeitlich acht Punkte aus, größer war der Vorsprung nie. So blieb es bis zum letzten Lauf in Sao Paulo richtig spannend.

Bei sieben Punkten Vorsprung war klar: Hamilton reicht in Brasilien bei einem Massa-Sieg Rang fünf, um Weltmeister zu werden. Lange schien der Plan aufzugehen, doch in der letzten Runde überholte Sebastian Vettel den Briten, der plötzlich nur noch Sechster war - futsch war der WM-Traum. In der letzten Kurve konterte Hamilton noch einmal, fuhr an Timo Glock vorbei, schockte damit die Ferrari-Fans und Filipe Massa.

"Das Rennen war perfekt. Es ist ein wirklich sehr emotionaler Tag für mich. Ich war kurz Weltmeister und dann überholte Hamilton Glock noch. Wir haben es leider verpasst. Aber ich bin stolz auf mein Team, meine Fans und mich", resümierte Massa.

Sebastian Vettel macht viel Hoffnung

Im Schatten der beiden Protagonisten dieser Saison haben auch die fünf deutschen Formel-1-Piloten für einige Sternstunden gesorgt. Unvergessen ist der Sensationssieg von Sebastian Vettel im Regen von Monza. Der 21-Jährige gilt seit diesem Sieg in seinem Toro Rosso als größte deutsche Hoffnung.

Experten sehen in ihm den neuen Michael Schumacher. Während Vettel durchgehend zu überzeugen wusste, gab es bei den anderen Deutschen Licht und Schatten. Sehen lassen konnten sich die Podiumsplätze von Nick Heidfeld im BMW-Sauber, Timo Glock im Toyota und Nico Rosberg im Williams, die alle zumindest einmal den Sprung auf´s Treppchen schafften und zweite Plätze feierten. Adrian Sutil stand in seinem unterlegenen Force India auf verlorenem Posten und war meist das deutsche Schlusslicht.

In dieser Saison feierten Hamilton und die Briten. Dank Vettel, dürfen aber auch die deutschen Fans zumindest mittelfristig wieder von einem WM-Titel träumen.

Hondas Rückzug und die Folgen

Am Ende des Jahres erreicht die weltweite Wirtschaftskrise die Formel 1: Der japanische Autokonzern Honda zieht sich aus dem kostspieligen Renngeschäft zurück. Der Automobil-Weltverband FIA, die verbliebenen neun Teams sowie die Hersteller einigten sich derweil auf einen drastischen Sparkurs. So darf jeder Fahrer während einer Saison nur noch acht Motoren benutzen. Die Kosten für die Triebwerke sollen um etwa 50 Prozent zurückgefahren werden. Während der Saison gibt es künftig keine Testfahrten mehr.

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