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Kultur

Auf den Spuren Harry Potters

Was J. K. Rowling schaffte, gelang nun auch Cornelia Funke: Sie verkaufte ihren Fantasy-Roman "Tintenherz" einschließlich zweier Fortsetzungen an Hollywood - ein beispielloser Erfolg für eine deutsche Kinderbuchautorin.

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Ein Herz für Tinte: Cornelia Funke

Es ist der Traum jeden Autors, dass sich die Hollywood-Bosse die Klinke in die Hand geben und sich um die Filmrechte balgen. Für Cornelia Funke wurde dieser Traum in den letzten Monaten war: Heyday Cinema und die "Herr der Ringe"-Produzenten von New Line Cinema versuchten sich gegenseitig im Rennen um die Rechte zu ihrem Buch "Tintenherz" auszustechen. Schließlich unterzeichnete Funke mit New Line einen spektakulären Vertrag über drei Filme - die beiden noch gar nicht veröffentlichten beziehungsweise geschriebenen Fortsetzungen von "Tintenherz" wurden also gleich mitgekauft.

Tempo, Fantasie, Magie

"Tintenherz" ist eines dieser "Fantasy"-Bücher für Kinder und Jugendliche, wie sie vor allem durch J. K. Rowlings "Harry Potter" bekannt wurden - und seitdem den Buchhändlern regelrecht aus der Hand gerissen werden. In "Tintenherz" geht es in einer temporeichen Geschichte voller Magie um das Mädchen Meggie, deren Vater als Bücherarzt arbeitet und Figuren aus Büchern zum Leben erwecken kann. Als der Vater von einem machthungrigen Bösewicht entführt wird, bricht die Tochter mit einer Reihe von realen und erfundenen Freunden auf, um die Dinge wieder ins Reine zu bringen.

Mit Büchern wie diesem wurde die 1958 geborene Cornelia Funke zu Deutschlands erfolgreichster Kinderbuchautorin. Die in Hamburg wohnende Mutter zweier Kinder begann ihrer Karriere als Illustratorin, bevor sie mit 28 das erste ihrer inzwischen etwa 40 Bücher schrieb. 2,5 Millionen davon hat sie allein in Deutschland verkauft. Ihr Werk wurde bisher in 26 Sprachen übersetzt.

Fantastisch verdienen mit Fantasy

In den englischsprachigen Ländern kam für Funke der Erfolg langsamer als anderswo. Ihr mehrfach ausgezeichnetes Buch "Der Herr der Diebe" schaffte es 2002 aber schließlich auf die Bestseller-Liste der "New York Times", "Tintenherz" steht dort momentan auf Platz sieben. Nachdem kommerziellen Erfolg in den Vereinigten Staaten war es nur eine Frage der Zeit, bis Hollywood anklopfen würde. Schließlich lässt sich mit Funkes, Fantasy, momentan fantastisch Geld verdienen und speziell "New Line" suchte nach dem beispiellosen Erfolg der "Herr der Ringe"-Trilogie dringend nach Stoffen für neue Blockbuster.

Funke erzählt von den Verhandlungen, als könnte sie das alles noch gar nicht so recht glauben: "Es war Hollywood, wie man es sich vorstellt: Es wurden Namen wie Tom Hanks und Brad Pitt genannt und von Einnahmen von 50 Millionen Dollar am ersten Wochenende geredet", sagte sie in einem Interview mit DW-TV.

"Ich rede nicht über Geld"

Trotzdem wusste die Autorin in den Verhandlungen sehr genau was sie wollte - und dies war längst nicht nur Geld. "Was für mich am wichtigsten ist und speziell die Amerikaner stört: Ich rede nicht über Geld. Was ich will, ist kreative Kontrolle", sagt Funke.

Kontrolle, die sie sich zusichern lassen hat. Sie wird selbst darauf achten, dass der Film sowohl ihrem Buch treu bleibt, als auch eine eigene Sprache haben wird: Cornelia Funke ist selbst als Co-Produzentin an der Verfilmung beteiligt. "New Line war immer meine erste Wahl", sagt Funke nun wo die Tinte unter den Verträgen getrocknet ist.

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