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Wirtschaft

Audi-Mitarbeiter wegen Dieselskandal in Haft

Im Skandal um manipulierte Abgaswerte bei Dieselfahrzeugen hat es bei der VW-Tochter Audi eine Festnahme gegeben. Gegen den selben Mann haben wohl die USA eine Anklage erhoben.

Am Montag sei ein Beschuldigter festgenommen worden, er sei dem Ermittlungsrichter vorgeführt worden und befinde sich seit Dienstag in Untersuchungshaft, sagte eine Sprecherin der zuständigen Staatsanwaltschaft München II am Freitag auf Anfrage. Dem Mann so wie mehreren anderen Beschuldigten werde Betrug und unlautere Werbung vorgeworfen. Die Sprecherin der Ermittlungsbehörde wollte keine näheren Angaben zum Festgenommenen und den weiteren Beschuldigten machen. Gegen Mitglieder des Vorstands werde nicht ermittelt, sagte sie.

Nach einem Bericht des "Spiegel" handelt es sich bei dem Festgenommenen um einen Motorenentwickler von Audi. Es soll sich um Giovanni P. handeln. Gegen den 60-jährigen Italiener, dem Verschwörung zum Betrug und Verstöße gegen US-Umweltrecht vorgeworfen werden, wurde Strafanzeige beim zuständigen Gericht in Detroit im US-Bundesstaat Michigan gestellt. Das teilte das Justizministerium am Donnerstag in Washington mit.

P. war zwischen 2006 und 2015 verantwortlich für die Systeme zur Abgaskontrolle bei Dieselmotoren von Audi in den USA. Er sei an einer "Verschwörung" zum Betrug der Behörden beteiligt gewesen, durch den die wahren Abgaswerte verschleiert werden sollten, teilte das US-Justizministerium mit. Die US-Justizbehörden hatten eine erste Anklage gegen einen VW-Mitarbeiter im September 2016 erhoben, der sich schuldig bekannte. Seither wurden in den USA weitere VW-Mitarbeiter belangt.

VW hatte im September 2015 auf Druck der US-Behörden zugegeben, weltweit in rund elf Millionen Diesel-Fahrzeuge unterschiedlicher Marken des Konzerns eine illegale Software eingebaut zu haben. Das Programm reduziert den Ausstoß von schädlichen Stickoxiden bei standardisierten Tests.

zdh/wen (afp, dpa)