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Schach

Auch im Schach kann man dopen

Schach ist ein Denksport, physische Fähigkeiten sind nachrangig. Dennoch: Forschern ist erstmals der Nachweis einer Doping-Wirkung bei Schachspielern gelungen. Aber existiert Doping im Schach überhaupt?

Doping im Schach macht Sinn, zu diesem Ergebnis kommen Forscher aus Mainz. Sie haben in dem Fachmagazin "European Neuropsychopharmacology" eine Studie veröffentlicht, die zeigt, dass sich durch die Einnahme von pharmakologischen Substanzen die kognitiven Fähigkeiten der Spieler verbessern - es sei denn, sie stehen unter Zeitdruck. "Die Ergebnisse zeigen erstmals, dass auch hochkomplexe kognitive Fähigkeiten, wie sie beim Schachspiel nötig sind, durch Stimulanzien verbessert werden können. Offenbar sind die Probanden unter Stimulanzieneinfluss eher in der Lage, Entscheidungsprozesse vertieft zu reflektieren", sagte Studienleiter Andreas Franke.

Kontrollen gibt es seit 2001 - einen positiven Fall noch nicht

Die Forscher gaben für die Studie 39 männlichen Turnier-Schachspielern an vier Tagen entweder zweimal 200 mg Modafinil (wirkt aufputschend, verhindert Müdigkeit), zweimal 20 mg Methylphenidat (euphorisierend, steigert die Aufmerksamkeit), zweimal 200 mg Koffein oder ein Placebo. Die Analyse von mehr als 3000 Testpartien gegen einen Computer ergab, dass die Spieler länger über den besten Zug nachdachten und sich ihre Spielstärke steigerte, wenn sie die Substanzen nahmen. "Wir haben damit erste Hinweise, dass Doping im Schachsport durch die Stimulanzien Methylphenidat und Modafinil möglich ist", sagte Professor Klaus Lieb. Doping-Kontrollen gibt es im Schach seit 2001 - positive Tests sind nicht bekannt. Dass Doping im Schach leistungssteigernd wirken könne, war bisher bestritten worden. Mit der Studie könnte die Debatte neue Fahrt aufnehmen.

jw/sn (mit sid, dpa)

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