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Asien

Attentat auf Thaksin-Gegner

Die Lage in Thailand bleibt angespannt: Bei einem Anschlag wurde einer der schärfsten Widersacher von Ex-Regierungschef Thaksin schwer verletzt. Parteigründer Sondhi Limthongkul liegt jetzt mit Kopfschuss im Krankenhaus.

Sondhi Limthongkul (Foto: ap)

Sondhi Limthongkul wurde schwer verletzt

Die Täter schlugen an einer Tankstelle zu. Fast 100 Schüsse wurden von zwei bislang unbekannten Männern auf die Limousine Limthongkuls abgefeuert. Medienberichten zufolge erlitt der 61jährige Sondhi dabei einen Kopfschuss. Die folgende Operation sei aber erfolgreich verlaufen, so der behandelnde Arzt. Der Patient sei in stabiler Verfassung. Auch der Fahrer und ein weiterer Begleiter wurden verletzt. Es wird vermutet, dass die Tat politisch motiviert war.

Gelbhemden blockieren den Bagkoker Flughafen (Foto: ap)

Gelbhemden blockieren den Bagkoker Flughafen (November 2008)

Mit den "Gelbhemden" gegen Thaksin

2006 hatte Sondhi das Bündnis "Volksallianz für Demokratie" (PAD) gegründet. Die PAD wird vor allem von den wirtschaftlichen Eliten Bangkoks unterstützt. Mit Massenprotesten kämpften die Anhänger der Bewegung - die wegen ihrer Kleidung auch "Gelbhemden" genannt werden - gegen den damaligen Ministerpräsidenten Thaksin Shinawatra und trugen dazu bei, das dieser im selben Jahr durch einen Militärputsch gestürzt wurde. Im Herbst 2008 dann zwangen von Sondhi angeführte Massenproteste auch Thaksins Schwager und Nachfolger Somchai Wongsawat zum Rücktritt. Wochenlang blockierten PAD-Anhänger den internationalen Flughafen von Bangkok und sorgten dafür, dass die thailändische Wirtschaft vorrübergehend zum Erliegen kam.

Das Militär geht gegen Regierungsgegner vor (Foto: ap)

Das Militär geht gegen Regierungsgegner vor (April 2009)

Weitere Eskalation befürchtet

Gegner der PAD ist die "Vereinigte Front für Demokratie gegen Diktatur" (UDD), die sich im Jahr 2008 formierte. Ihre Anhänger - die zu einem Großteil aus der armen Landbevölkerung bestehenden "Rothemden" - gehören zum Thaksin-Lager. Sie demonstrieren gegen die seit Dezember amtierende Regierung unter Ministerpräsident Abhisit Vejjajiva. Am Osterwochenende hatten sie den Abbruch des ASEAN-Gipfeltreffens im Badeort Pattaya erzwungen und danach Teile des Hauptstadt Bangkok lahm gelegt. Zwei Menschen waren bei den Zusammenstößen ums Leben gekommen, mehr als 100 wurden verletzt. Die Regierung hatte daraufhin den Ausnahmezustand verhängt - der nach dem Attentat an PAD-Gründer Sondhi Limthongkul vorerst bestehen bleiben soll. Das kündigte Premierminister Abhisit Vejjajiva am Freitag nach einer Sondersitzung des Kabinetts an. Die "Rothemden" ihrerseits drohten bereits mit neuen Protest-Aktionen. (eb/böl/dpa/rtr)

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