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Atomkonflikt

Atom-Streit mit Nordkorea: USA suchen direkte Gespräche

Martialische Drohungen und wüste Beschimpfungen von beiden Seiten hatten zuletzt die Konfrontation angeheizt. Außenminister Tillerson berichtet jetzt, die USA sondierten, ob Nordkorea zu Gesprächen bereit sei.

Donald Trump und Kim Jong Un TV Bild in Seoul (picture alliance/AP Photo/A. Young-joon)

Rivalen Trump und Kim auf einem TV-Großbildschirm im südkoreanischen Seoul

Im Konflikt mit Nordkorea prüfen die USA nach den Worten von Außenminister Rex Tillerson die Dialogbereitschaft der Führung in Pjöngjang. Die USA seien dabei auszuloten, ob Nordkorea offen für Gespräche sei, sagte Tillerson während seines Besuchs in China vor einer kleinen Gruppe von Journalisten. "Wir sondieren, also bleiben Sie dran."

"Wollt ihr sprechen?"

"Wir sind nicht im Dunkel, im Blackout, wir haben zwei, drei Kanäle nach Pjöngjang offen", führte der amerikanische Chefdiplomat in Peking aus. Washington habe direkte Kommunikationskanäle: "Wir fragen: Wollt ihr sprechen?"

Später beklagte Tillerson vor der Presse eine "Überhitzung" des Konflikts. Eine Beruhigung könne aber vor allem von Nordkorea ausgehen, wenn es aufhöre, weiter Raketen abzuschießen. Er wiederholte, dass die USA Nordkorea nicht als Atommacht anerkennen würden, aber auch keine Absicht hätten, das Regime von Kim Jong Un zu stürzen.     

Trumps Tiraden 

Zuletzt hatten beide Seiten im Konflikt um das Atom- und Raketenprogramm des kommunistischen Landes auf äußerst martialische Töne gesetzt. US-Präsident Donald Trump hatte Machthaber Kim Jong Un sogar mit der "vollständigen Vernichtung" gedroht, falls das Land seine atomare Aufrüstung fortsetze. Der nordkoreanische Außenminister Ri Yong Ho wertete dies als Kriegserklärung. Angesichts der Eskalation hatten US-Partnerländer wie Deutschland Dialog und Mäßigung angemahnt.

Vorbereitung von Trump-Besuch 

Tillerson war bei seinem zweiten Besuch in China von den für Außenpolitik zuständigen Spitzenpolitikern Wang und Staatsrat Yang Jiechi in der Großen Halle des Volkes empfangen worden. Wang sagte, die chinesisch-amerikanischen Beziehungen insgesamt seinen gegenwärtig von einem "positiven Momentum" geprägt, mit "Möglichkeiten zu weiteren weiteren Fortschritten". Es kam auch zu einem kurzen Treffen Tillersons mit Präsident Xi Jinping. Zentrale Themen bei den Gesprächen waren neben Nordkorea die Handelsbeziehungen sowie die Vorbereitung der Trump-Visite in der Volksrepublik im November. Xi sagte, er freue sich auf Trump nannte ihn einen "Freund".  

China Rex Tillerson trifft chinesischen Präsidenten Xi Jinping (Reuters/L. Zhang)

Der amerikanische Außenminister Tillerson wurde in Peking auch von Präsident Xi Jinping empfangen

Chinas Strategie  

Die USA hatten zuletzt nachdrücklich versucht, die Chinesen zu einer stärkeren Einflussnahme auf die Führung in Pjöngjang zu drängen. Peking hat bereits eine Reihe der von den UN beschlossenen Sanktionen gegen Nordkorea umgesetzt, beharrt aber nachdrücklich darauf, nach einer diplomatischen und friedlichen Lösung zu suchen. So wurde zwar eine Schließung aller nordkoreanischen Unternehmen in China angeordnet, ein von den USA gefordertes komplettes Öl-Embargo gegen Nordkorea aber abgelehnt.

Neben dem Konflikt mit Nordkorea geht es zwischen Peking und Washington auch um andere Sicherheitsfragen. So ist man im Pentagon besorgt über chinesische Aufrüstung und Gebietsansprüche im Südchinesischen Meer. Auch dies dürfte bei Trumps Ostasien-Reise eine große Rolle spielen. 

SC/uh (afp, rtr, APE, NYT)