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Atomkonflikt

Tillerson-Besuch in China im Schatten des Nordkorea-Konflikts

Der Kurs des US-Präsidenten Donald Trump gegenüber Nordkorea erschien zuletzt immer verwirrender. Sein Außenminister Rex Tillerson spricht erneut mit der Führung Chinas über mögliche Auswege aus der Konfrontation.

China US-Außenminister Rex Tillerson in Peking (Reuters/A. Wong)

Amerikanisch-chinesische Gespräche mit den Außenministern Tillerson und Wang in der Großen Halle des Volkes in Peking

Die beiden Chefdiplomaten waren sichtlich um einen versöhnlichen Tonfall bemüht. Die chinesisch-amerikanischen Beziehungen insgesamt seien gegenwärtig von einem "positiven Momentum" geprägt und eröffneten "Möglichkeiten zu weiteren Fortschritten, führte Chinas Außenminister Wang Yi zur Begrüßung seines US-Kollegen Rex Tillerson aus. Beide betonten in Peking die Bedeutung des für November angekündigten Besuch des US-Präsidenten Donald Trump in der Volksrepublik.

Tillerson wurde bei seinem zweiten Besuch in Peking von den für Außenpolitik zuständigen Spitzenpolitikern Wang und Staatsrat Yang Jiechi in der Großen Halle des Volkes empfangen. Es kam auch zu einem kurzen Treffen mit Präsident Xi Jinping. Zentrales Thema sollte das Vorgehen gegen Nordkoreas Atom- und Raketenprogramm sein. Zudem ging es um Handelsfragen und die Vorbereitung der Trump-Visite. 

Chinas Strategie  

Die USA hatten zuletzt nachdrücklich versucht, die Chinesen zu einer stärkeren Einflussnahme auf die Führung in Pjöngjang zu drängen. Peking hat bereits eine Reihe der von den UN beschlossenen Sanktionen gegen Nordkorea umgesetzt, beharrt aber nachdrücklich darauf, nach einer diplomatischen und friedlichen Lösung zu suchen. So wurde zwar eine Schließung aller nordkoreanischen Unternehmen in China angeordnet, ein von den USA gefordertes komplettes Öl-Embargo gegen Nordkorea aber abgelehnt.

Trumps Tiraden 

Der Konflikt spitzte sich in den vergangenen Tagen weiter zu, nachdem Nordkorea als Reaktion auf martialische Äußerungen Trumps mit dem möglichen Test einer Wasserstoffbombe über dem Pazifik gedroht hatte. Ob Machthaber Kim Jong Un tatsächlich über eine Wasserstoffbombe verfügt, ist zurzeit allerdings unklar. Die USA schickten zugleich B-1B-Bomber und Kampfjets in den internationalen Luftraum östlich von Nordkorea. 

Neben dem Konflikt mit Nordkorea geht es zwischen Peking und Washington auch um andere Sicherheitsfragen. So ist man im Pentagon besorgt über chinesische Aufrüstung und Gebietsansprüche im Südchinesischen Meer. Auch dies dürfte bei Trumps Ostasien-Reise eine große Rolle spielen. 

SC/qu (APE, afpe, rtre, NYT)