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Aktuell Nahost

Armee dringt in syrische Stadt Al-Karjatain ein

Das Assad-Regime meldet einen weiteren militärischen Erfolg gegen die Terrormiliz IS. Wenige Tage nach der Rückeroberung von Palmyra ist die Armee nach Angaben von Staatsmedien in die Stadt Al-Karjatain einmarschiert.

Ein syrischer Soldat baut auf einem Berg bei Al-Karjatain militärisches Gerät auf (Foto: dpa)

Ein syrischer Soldat baut auf einem Berg bei Al-Karjatain militärisches Gerät auf

Mit Unterstützung der russischen Luftwaffe machen die syrischen Streitkräfte im Kampf gegen die Dschihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) weiter Boden gut. Das Staatsfernsehen berichtet, die Regierungstruppen hätten die bisher vom IS gehaltene Stadt Al-Karjatain erobert und vollständig unter ihre Kontrolle gebracht. Die Armee und ihre Verbündeten hätten in Al-Karjatain "Sicherheit und Stabilität wiederhergestellt" und die letzten verbliebenen IS-Kämpfer getötet. Die Truppen der Regierung hätten in den vergangenen Tagen die Stadt nach und nach umzingelt. Die Nachrichtenagentur Sana meldete unter Berufung auf Militärkreise, die Soldaten seien nun dabei, von den IS-Kämpfern gelegte Minen zu entschärfen.

Die oppositionsnahe Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte bestätigte die vollständige Einnahme der Stadt bisher nicht. Nach ihrer Darstellung wird im Osten und Südosten von Al-Karjatain weiter gekämpft. Allerdings hätten die Extremisten begonnen, sich in die östlichen Teile der bergigen Region Qalamoun zurückzuziehen. "Die Stadt ist militärisch so gut wie gefallen", sagte der Direktor der in London ansässigen Beobachterstelle, Rami Abdurrahman, der Nachrichtenagentur Reuters. Die Assad-Truppen kontrollierten auch die Hügel rings um Al-Karjatain. Russische und syrische Flugzeuge hätten am Sonntag mehr als 40 Angriffe im Umfeld der Stadt geflogen.

Eine Rauchwolke steigt über der belagerten Stadt Al-Karjatain auf (Foto: Imago)

Eine Rauchwolke steigt über der belagerten Stadt Al-Karjatain auf

Die IS-Miliz hatte Al-Karjatain im August 2015 eingenommen und mindestens 230 Einwohner, unter ihnen dutzende Christen, verschleppt. IS-Kämpfer zerstörten dort außerdem das Kloster Mar Elian aus dem 5. Jahrhundert. Die Stadt liegt rund 100 Kilometer westlich der antiken Wüstenstadt Palmyra, die Assads Soldaten vor einer Woche vom IS zurückerobert hatten.

Nächstes Ziel Suchna?

Zuletzt nahmen die syrischen Streitkräfte auch die noch vom IS kontrollierte Stadt Suchna 70 Kilometer westlich von Palmyra unter Dauerbeschuss. Sie gilt als letzte Bastion des IS in der Provinz Homs. Sollte es dem Militär gelingen, auch diese Stadt zu erobern, werde dies Angriffe auf die Provinz Deir Essor ermöglichen, sagte der Leiter der Beobachtungsstelle.

Nach der Vertreibung der Extremisen aus Palmyra fanden Soldaten im Nordosten der Stadt mindestens 42 Leichen. In dem Grab seien die Überreste von 24 Zivilisten, darunter drei Kinder, und 18 Soldaten entdeckt worden, hieß es aus syrischen Militärkreisen. Sie seien von den Dschihadisten "geköpft oder erschossen" worden. Bei den Opfern handelt es sich demnach um syrische Soldaten oder regierungstreue Milizionäre sowie deren Familienangehörige. Die Leichen seien in ein Militärkrankenhaus in Homs gebracht worden. Der Leiter der Beobachtungsstelle teilte mit, die Dschihadisten hätten während ihrer Besetzung von Palmyra mindestens 280 Menschen exekutiert.

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Assad-Armee befreit Palmyra vom IS (27.03.2016)

Tausende Minen versteckt

Die IS-Miliz hatte Palmyra im Mai 2015 eingenommen und dort antike Skulpturen und weltberühmte Bauwerke wie den Baal-Tempel gesprengt. Tausende Minen und Sprengsätze haben die Extremisten zudem in Haupt- und Seitenstraßen der Stadt gelegt. Die Streitkräfte sind nun dabei, sie zu entschärfen. Seit der Rückeroberung Palmyras seien mehr als 3000 Sprengsätze unschädlich gemacht worden, sagte ein Offizier vor Ort der Nachrichtenagentur Reuters. Die Sprengsätze seien miteinander verbunden gewesen. "Die Idee war, dass sie losgehen, sobald wir einrücken - alle auf einmal, nicht Bombe für Bombe. Und da liegen wirklich viele Minen."

kle/uh (rtr, dpae, afpe, ape)

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