Argentinien patzt ohne Messi in Bolivien | Fußball | DW | 28.03.2017
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WM-Qualifikation Südamerika

Argentinien patzt ohne Messi in Bolivien

Wenige Stunden nach Verkündung der FIFA-Sperre gegen ihren Superstar verlieren die Argentinier in der Höhe von La Paz gegen Außenseiter Bolivien. Brasilien ebnet sich den Weg zur Fußball-WM 2018 in Russland.

Es war kein guter Tag für den argentinischen Fußballverband AFA: Erst wurde Superstar Lionel Messi wegen Schiedsrichterbeleidigung gesperrt, dann folgte beim WM-Qualifikationsspiel in La Paz gegen Bolivien eine demütigende 0:2 (0:1)-Niederlage. Vier Spieltage vor Abschluss der Südamerika-Ausscheidung müssen die Argentinier wieder erheblich um eines der vier Direkttickets nach Russland bangen.

Fast auf den Tag genau acht Jahre nach ihrer historischen 1:6-Pleite in Boliviens Hauptstadt La Paz holte die Vergangenheit die Argentinier an gleicher Stelle wieder ein: Juan Carlos Acre (31. Minute) und Marcelo Moreno (52.) besiegelten die vierte Qualifikations-Pleite des WM-Zweiten. Möglicherweise war aber nicht nur das Fehlen Messis sondern auch die Höhe entscheidend. Das Estadio Hernando Siles in La Paz liegt auf 3.600 Metern über Meereshöhe. Die dünne Luft ist eine Herausforderung für Spieler, die daran nicht gewöhnt sind. Zuletzt hatten schon Paraguay (0:1) und Ecuador (2:2) nicht in La Paz gewinnen können.

Messi hofft auf erfolgreichen Einspruch

Angel Di Maria (2.v.r.) und seine argentinischen Mannschaftskameraden verlassen enttäuscht das Spielfeld nach Spielende (Foto: picture-alliance/dpa/AP/V. R. Caivano)

Tiefe Enttäuschung bei Angel Di Maria (2.v.r.) und Co.

Messi war wenige Stunden vor dem Anpfiff der Begegnung vom Weltverband FIFA für vier WM-Qualifikationsspiele gesperrt worden. Die Strafe erfolgte wegen einer Beleidigung des Schiedsrichter-Assistenten bei Argentiniens 1:0-Sieg in der WM-Ausscheidung am vergangenen Donnerstag gegen Chile.

Sollte der angekündigte Einspruch des argentinischen Verbandes erfolglos bleiben, fehlt der Torjäger vom spanischen Meister FC Barcelona der Albiceleste noch in den Begegnungen mit Uruguay, Venezuela und Peru. Erst im letzten Ausscheidungsspiel gegen Ecuador stünde Messi dem zweimaligen Weltmeister wieder zur Verfügung.

Brasilien löst WM-Ticket

Unterdessen löste Rekord-Weltmeister Brasilien als erstes Team neben dem automatisch startberechtigten Gastgeber Russland die Fahrkarte zur WM 2018. Der Selecao ist nach einem 3:0 (1:0) gegen Paraguay mit 33 Punkten auf der Habenseite bei noch vier ausstehenden Spieltagen in der südamerikanischen WM-Qualifikation der vierte Platz bereits sicher.

Zwar könnten die fünftplatzierten Argentinier (22 Punkte) im Kampf um die vier Direkttickets theoretisch noch am Eliminatorias-Spitzenreiter vorbeiziehen, müssten dafür aber am nächsten Spieltag gegen Uruguay gewinnen. Die Urus (23), die in Peru überraschend mit 1:2 (1:1) verloren, kämen dann aber ihrerseits nicht mehr an Brasilien heran.

Hinter den enteilten Brasilianern zog Kolumbien (24) mit einem 2:0 (0:0) bei den auf Rang sechs abgestürzten Ecuadorianern (20) auf Platz zwei vor. Auch Chile (23) nutzte den Ausrutscher der Argentinier, die derzeit den Umweg über die Play-offs gegen den Ozeaniensieger nehmen müssten, und kehrte mit einem 3:1 (3:0) gegen Venezuela auf Platz vier zurück.

Neymar in Topform

Neymar (l.) setzt sich gegen Derlis Gonzalez (r.) von Paraguay, am Boden liegt der Brasilianer Casemiro (Foto: Getty Images/Brazil Photo Press/L. Bianco)

Kaum vom Ball zu trennen: Brasiliens Top-Stürmer Neymar (l.)

Nach dem achten Eliminatorias-Sieg der Selecao in Folge wächst die Euphorie der brasilianischen Fans weiter. Trotz eines verschossenen Foulelfmeters (53. Minute) überragte Neymar nicht nur wegen der erstmals unter Trainer Tite getragenen Kapitänsbinde und krönte seine Leistung mit dem Treffer zum 2:0 (64.) nach einem Solo über den halben Platz. Liverpool-Legionär Philippe Coutinho (34.) und Marcelo (86.) von Real Madrid steuerten die weiteren Tore bei.

Nach der Partie in São Paulo jubelten Neymar und Co. dann über Perus Schützenhilfe. Zwar hatte Luis Suarez (30.) nach abgelaufener Gelbsperre die Urus in Lima in Führung geschossen, doch der frühere Bundesliga-Star Paolo Guerrero (35.) und Edison Flores (62.) hielten mit ihren Toren den WM-Traum des siebtplatzierten Andenteams (18 Punkte) am Leben

Bei Kolumbiens Triumph in Ecuador trafen Real Madrids Edelreservist James Rodriguez (20.) und Juan Cuadrado (34) von Italiens Meister Juventus Turin. Chiles Spaziergang gegen Schlusslicht Venezuela leitete Arsenal-Stürmer Alexis Sanchez  bereits nach vier Minuten ein. Esteban Paredes (7., 22.) legte per Doppelschlag nach. Jose Salomon Rondon (63.) sorgte für das Ehrentor der Gäste.

asz/ck (sid, dpa)

 

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