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Deutschland

Arcandor-Zerschlagung wird wahrscheinlicher

Der insolvente Handels- und Touristikkonzern Arcandor bereitet sich nach einem Magazinbericht auf eine Zerschlagung vor. Die Hinweise, dass es dazu kommt, verdichten sich immer mehr.

Das Logo von Arcandor auf dem Dach der Konzernzentrale in Essen vor dunklen Wolken (Archivfoto: AP)

Der Konzern als Ganzes scheint stark gefährdet zu sein

Für Arcandor wird die Zeit knapp. Wenige Woche vor der geplanten Vorlage eines Konzepts zur Rettung des insolventen Konzerns fehlt immer noch die dringend benötigte Zusage eines Investors. Bis Ende August soll ein Konzept stehen, bevor wie geplant Anfang September das Insolvenzverfahren eröffnet werden soll. Die feste Zusage eines Investors ist dafür zwar nicht zwingend erforderlich, könnte jedoch die Chancen im Kampf gegen eine drohende Zerschlagung des Unternehmens deutlich verbessern.

Sanierer Piepenburg wirft das Handtuch

Die Zerschlagung wird einem Vorabbericht des "Spiegels" zufolge immer wahrscheinlicher. Arcandor-Chef Karl-Gerhard Eick habe Investmentbanken beauftragt, Möglichkeiten für einen Teilverkauf von Karstadt und Primondo auszuloten, berichtet das Magazin laut Vorabmeldungen vom Samstag (18.07.2009).

Horst Piepenburg (Archivfoto: dpa)

Trat öffentlichkeitswirksam zurück: Arcandor-Generalbevollmächtigter Piepenburg

Mehrere Indizien sprechen in der Tat für ein solches Szenario. So verlor das Unternehmen am Donnerstag mit dem Generalbevollmächtigten Horst Piepenburg einen wichtigen Unterstützer für das Konzept, Arcandor als Ganzes zu erhalten. Piepenburg trat überraschend von seinem Amt zurück und begründete dies öffentlichkeitswirksam damit, dass der wichtigste Arcandor-Großaktionär Sal. Oppenheim mangelnde Unterstützung für das Unternehmen zeige.

Die Eigentümer der Privatbank wiesen den Vorwurf zurück. Sie forderten ein Konzept für Arcandor, ehe sie weitere finanzielle Zusagen geben könnten. Sal. Oppenheim hält über eine Industrieholding knapp ein Viertel der Arcandor-Anteile.

Gläubiger sprechen über Einzelverwertung

Zudem bestätigte der Sprecher des vorläufigen Insolvenzverwalters Klaus Hubert Görg am Samstag auf Anfrage, dass der vorläufige Gläubigerausschuss sich in seiner konstituierenden Sitzung am Freitag mit der Frage einer Einzelverwertung befasst habe. Ob dabei bereits ein Auftrag erteilt worden sei, wollte der Sprecher nicht sagen.

Auch weitere Beobachter halten eine Zerschlagung mittlerweile für wahrscheinlich. "Noch nie war das Zerschlagungs-Szenario so nah wie heute", sagte etwa Marc Tüngler von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW). Und der Analyst Sebastian Hein vom Bankhaus Lampe meint ebenfalls, derzeit laufe alles auf eine Zerschlagung hinaus.

Logos der Kaufhäuser von Karstadt und Kaufhof stehen in Düsseldorf nebeneinander (Archivfoto: dpa)

Karstadt und Kaufhof würden gut zueinander passen, meint Metro-Chef Cordes

Der Experte glaubt nicht, dass es Arcandor gelinge, in der verbleibenden Zeit einen alternativen Geldgeber zu Sal. Oppenheim zu finden. Für einen neuen Investor dürfte es sehr schwierig werden, sich anders zu entscheiden als der Großaktionär, der einen tiefen Einblick in das Unternehmen habe, sagte er.

Metro weiter an Karstadt interessiert

Zu den möglichen Interessenten für Einzelteile aus dem Arcandor-Konzern zählt weiterhin vor allem Metro-Chef Eckhard Cordes. Er hatte in den vergangenen Wochen mehrfach eine Fusion der Arcandor-Tochter Karstadt mit der Metro-Warenhauskette Kaufhof vorgeschlagen. (mas/gri/dpa/rtr)

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