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Deutschland

Ermittlungsverfahren gegen Ex-Arcandor-Chef

Die Essener Staatsanwaltschaft ermittelt gegen den früheren Arcandor-Chef Thomas Middelhoff wegen Verdachts der Untreue. Middelhoff war von 2005 bis Anfang 2009 Vorstandsvorsitzender des Konzerns.

Der damalige Vorstandsvorsitzende des Arcandor-Konzerns, Thomas Middelhoff, spricht am 18. Dezember 2007 in Essen, im Hintergrund ein Arcandor-Schriftzug (Archivfoto: ap)

Als er noch Vorstandsvorsitzender von Arcandor war: bei einer Rede 2007 am Arcandorsitz in Essen

Details zu den Vorwürfen gegen Middelhoff wollte eine Sprecherin der Behörde am Freitag (12.06.2009) nicht nennen. Bei einem jüngst eingeleiteten Vorermittlungsverfahren gegen den Topmanager ging es um Beteiligungen Middelhoffs und seiner Ehefrau an Immobilienfonds. Diese sollen Gebäude zu außergewöhnlich hohen Mieten an die Arcandor-Tochter Karstadt verpachtet haben.

Mutmaßlicher Schaden für Arcandor: 100 Millionen Euro

Middelhoff im Flugzeug mit Akten auf dem Tisch (Archivfoto: DW)

Jet-Set-Manager Middelhoff bei der Arbeit

Im Zentrum der Vorwürfe stehen Medienberichten zufolge fünf Gebäude, die von dem Konzern für Karstadt-Warenhäuser bei Immobilienfonds angemietet wurden. Die Fonds waren gemeinsam von der Privatbank Sal. Oppenheim und dem Projektentwickler Josef Esch aufgelegt worden. Die Häuser seien, noch bevor Middelhoff zu dem Konzern kam, zu außergewöhnlich hohen Preisen angemietet worden, schreibt der "Spiegel". Im Gegenzug sollte Esch den Konzern an Gewinnen aus seinen Großprojekten beteiligen, heißt es. Zu den Geschäften sei es aber nicht gekommen. Der Vorstand habe die Ausfälle auf rund 100 Millionen Euro beziffert. Middelhoff sah jedoch davon ab, dieses Geld einzutreiben. Er habe das mit juristischen Hürden begründet.

Zum eigenen Engagement bei den Fonds sagte Middelhoff, seine Frau und er hätten als Privatpersonen kleinere Beteiligungen (unter 10 Prozent) an den Esch-Fonds gezeichnet, ohne zu diesem Zeitpunkt zu ahnen, dass er zwei Jahre später in den Aufsichtsrat von KarstadtQuelle (heute Arcandor) gewählt werden würde. Er habe den Aufsichtsrat unmittelbar nach seiner Berufung 2004 über den Sachverhalt informiert.

DGB-Chef übt scharfe Kritik an Middelhoff

Fritz Schösser (Foto: dpa)

Fritz Schösser: "haarsträubende Nummer"

Nach der Insolvenz von Arcandor hat der bayerische DGB-Chef Fritz Schösser Middelhoff scharf angegriffen. "Wenn ein Herr Middelhoff nicht nur eine schlechte Arbeit leistet, sondern sich auch noch persönlich bereichert, dann ist das eine haarsträubende Nummer", sagte der bayerische Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) am Mittwoch am Rande einer Kundgebung von Karstadt-Mitarbeitern in München, wie die Nachrichtenagentur dpa berichtet.

Middelhoff war Anfang 2009 bei Arcandor als Vorstandsvorsitzender abgetreten. Der 56-Jährige hatte im Mai 2005 die Führung des Konzerns übernommen. Vor seinem Amtsantritt bei Arcandor stand Middelhoff 16 Jahre lang im Dienst der Bertelsmann AG. (mas/dpa/ap/afp)

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