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Wirtschaft

Arbeiten in der Microsoft-Wolke

Auf der Cebit präsentieren sich natürlich auch die ganz großen Platzhirsche der Branche - darunter Microsoft. Und der Software-Gigant nutzt die Gelegenheit zu verkünden: seine Zukunft läge in der Wolke, der "Cloud".

Messestand von Microsoft auf der CeBIT 2010 (Foto: Microsoft)

Microsoft setzt auf der Cebit auf Cloud Computing

Neu ist die Idee mit dem "Cloud Computing" nicht - das gibt sogar Achim Berg zu, der Vorsitzende der Geschäftsführung von Microsoft Deutschland. Und trotzdem ist es das große Thema, das der amerikanische Software-Gigant Microsoft auf der Cebit verkündet. Hinter "Cloud Computing" steht die Idee, dass in Unternehmen nicht mehr auf jedem PC Software und Daten gespeichert wird, sondern alles in einer virtuellen "Wolke", also auf Servern in Rechenzentren, die über das Internet erreichbar sind gespeichert wird.

Achim Berg (Foto: Microsoft)

Microsoft Deutschland-Chef Achim Berg

Das ermöglicht Microsoft Unternehmen in Deutschland seit dem vergangenen Jahr. Auf Basis des Windows Betriebssystems Azure können Betriebe die gewünschte Software hochladen und diese dann in Rechenzentren von Microsoft betreiben. 500 Firmen nutzen das "Cloud Computing" bereits, darunter T-Systems. Der Vorteil der Microsoftlösung liegt vor allem darin, dass die Unternehmen sowohl ihre lokalen Rechner mit Software bestücken als auch gleichzeitig irgendwo in der Wolke arbeiten können. Sie können also selber bestimmen, wie viel sie auslagern: "Jedes Unternehmen kann für sich entscheiden, was es wie und wo in die Cloud schiebt und was nicht. Das ist ein unsagbarer Vorteil, und den werden wir ausnutzen", sagt Achim Berg. Das Thema "Cloud" habe Microsoft als einziger der klassischen Hersteller massiv ausgebaut.

"Cloud Services" werden die Welt revolutionieren

Lange Zeit hatte Microsoft seine Software nur für lokale Rechner verkauft. Die Konkurrenz aber schläft nicht. Im Internet drängt Suchmaschinen-Spezialist Google mit kostenlosen Büroanwendungen im Internet in das Revier von Microsoft ein. Im Geschäft mit Datenbanken muss sich Microsoft gegen SAP und Oracle verteidigen. Und Anbieter von maßgeschneiderten Unternehmensanwendungen und Speichern, die nach Bedarf vermietet werden, machen Microsoft das Leben ebenfalls nicht leichter.

Graphik: Mittelstand profitiert von Cloud Computing (Foto: Microsoft)

Cloud Computing und Mittelstand

"Cloud Services" werden die Welt verändern, und zwar genauso stark wie vor 25 Jahren die Einführung des Personal Computers, davon ist Achim Berg überzeugt. Denn durch Cloud-Anwendungen können Unternehmen bis zu 30 Prozent der Kosten einsparen, beispielsweise durch geringere Ausgaben für die IT-Infrastruktur, sagt Berg: "Cloud ist bei uns das absolute Thema. Wir werden die treibende Kraft sein. Es wird zentrales Thema in unserer Gesamtstrategie sein."

Zu dieser Strategie gehören auch Kooperationen. So verkündete Microsoft auf der Cebit eine Kooperation mit der Deutschen Post. Die wird ihren Kunden künftig auf Basis von Microsoft-Software Dialog-, Vertriebs- und Servicemanagementdienste über das Internet anbieten.

Mittelstand im Blick

Ebenfalls verkündet wurde das neue Büro-Paket Office 2010, das es ab Sommer zu kaufen gibt. Auch Office 2010 ist komplett in die Cloud integrierbar. Die Beta-Version, also die Version zum Testen, gibt es bereits seit letztem November. Sie wurde von fünf Millionen Menschen heruntergeladen - darunter auch von Europas größtem Autohersteller Volkswagen.

Kooperationen soll es aber beispielsweise auch mit dem Bundesverband mittelständische Wirtschaft geben. Denn beim Mittelstand - dem Rückgrat der deutschen Wirtschaft - wittert Microsoft großes Absatzpotential. "Nur 21 Prozent der Unternehmen beschäftigen sich überhaupt mit Outsourcing oder Cloud Services. Gerade beim Mittelstand haben wir einen extremen Innovationsstau, das heißt, sie haben in den letzten zwei Jahren sehr gespart", sagt Achim Berg. Nun sollen sie also beim Arbeiten in der Wolke weitersparen. Allerdings erst, wenn sie für Microsoft Geld ausgegeben haben.

Autor: Insa Wrede

Redaktion: Klaus Ulrich

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