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Politik

Arafat in Ramallah beigesetzt

Nach einer Trauerfeier in Kairo und der Überführung nach Ramallah ist Jassir Arafat am Freitag (12.11.) beerdigt worden. Der Amtssitz Arafats wurde von tausenden Palästinensern gestürmt.

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Chaotische Szenen in Ramallah

Jassir Arafat ist am Freitag (12.11.2004) in Ramallah beigesetzt worden. Der Sarg mit den sterblichen Überresten des palästinensischen Präsidenten wurde am Nachmittag in die Grabstätte auf dem Gelände der so genannten Mukata hinabgelassen, wie palästinensische Sicherheitsbeamte mitteilten. Am Rande der Beisetzung spielten sich chaotische Szenen ab, da zehntausende Palästinenser zum bisherigen Amtssitz Arafats vorgedrungen waren.

Bei einer Trauerfeier am Morgen in Kairo hatten zuvor muslimische Politiker und Weggefährten Arafats das Totengebet für den Palästinenserpräsidenten gesprochen. Geleitet wurde die Zeremonie von Scheich Mohammed Said al-Tantawi, dem Oberhaupt des berühmten Islam-Instituts Al-Azhar in Kairo.

Internationale Trauergäste

Trauerzug Jassir Arafat in Ägypten Beerdigung

Zahlreiche arabische Staatschefs nahmen an Arafats Trauerzug teil

Anschließend trugen acht ägyptische Offiziere den mit einer palästinensischen Flagge bedeckten Sarg auf den Vorplatz der Moschee, wo dutzende Staatsgäste aus der ganzen Welt der palästinensischen Delegation ihr Beileid aussprachen. Deutschland schickte Bundesaußenminister Joschka Fischer nach Kairo. Auch Frankreich und Großbritannien waren durch ihre Außenminister – Michel Barnier und Jack Straw – vertreten. Die EU sandte den Außenpolitik-Koordinator Javier Solana, die USA dagegen schickten mit William Burns, Abteilungsleiter im Außenministerium, nur einen hochrangigen Diplomaten. Israel war nicht vertreten. Die Palästinenser wurden von Arafats Nachfolger an der PLO-Spitze, dem früheren Ministerpräsidenten Mahmud Abbas, angeführt.

Chaos am Flughafen

Nach dem Totengebet wurden die sterblichen Überreste des Palästinenserpräsidenten in einer Zeremonie in einer offenen Kutsche auf den Weg zum militärischen Flughafen gebracht. Viele Trauergäste verpassten die Zeremonie allerdings, weil ihre Maschinen wegen des großen Andrangs am Kairoer Flughafen nicht sofort landen konnten. Auch Bundesaußenminister Joschka Fischer erreichte den Trauerzug nicht mehr.

Die Zeremonie wurde direkt im Fernsehen übertragen. Die eigentliche Trauerfeier fand schließlich in einem nahe gelegenen großen Zelt statt. Die Regierung in Kairo, wo Arafat geboren wurde, hatte entschieden, die Trauerfeier auszurichten, um den arabischen Staatschefs und anderen internationalen ranghohen Politikern die Möglichkeit zu geben, dem Palästinenserchef die letzte Ehre zu erweisen.

Große Sicherheitsvorkehrungen

In Ramallah hatten palästinensische Sicherheitskräfte das Gelände der Mukata, weiträumig abgesperrt, doch kurz vor der Ankunft des Hubschrauber mit dem Leichnam Arafats kam es zu tumultartigen Szenen. Nachdem Wachen einigen Palästinensern den Eintritt durch das Tor der Mukata erlaubten, kletterten zehntausende von Menschen über die Mauern des abgesperrten Geländes.

In Israel war die Polizei aus Angst vor Anschlägen in höchste Alarmbereitschaft versetzt worden. Tausende Polizisten seien im Einsatz, "praktisch die gesamte Polizeitruppe", sagte deren Sprecher Gil Kleiman. Besonders streng waren die Sicherheitsvorkehrungen in der Jerusalemer Altstadt, wo in der Al-Aksa-Moschee und am Felsendom tausende Muslime zum letzten Freitagsgebet im Fastenmonat Ramadan erwartet wurden. (kap)

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