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Wissen & Umwelt

Apollo-Veteranen fordern Mars-Mission

40 Jahre nach der ersten Mondlandung träumen zwei Astronauten von damals von einer Reise zum Mars. Das aber kann dauern: Die nächste Mondmission lässt auf sich warten, und auch die Raumstation ISS macht Probleme.

Mars (Foto: dpa)

Auch der Rote Planet soll erkundet werden

Pünktlich zum 40. Jahrestag machen sich zwei der Apollo-Astronauten für eine Mars-Mission stark. So könne man am besten das Erbe der Apollo 11 ehren, sagte der zweite Mann auf dem Mond, Edwin "Buzz" Aldrin, bei einem Auftritt in Washington. "Mit Kühnheit wieder zu einer neuen Erkundungsmission aufbrechen", so Aldrins Appell an Regierung und Weltraumbehörde NASA.

Auch der Kommandant der Apollo 11, Michael Collins (der den Mond umrundete), forderte, den Mars in den Blick zu nehmen: "Ich würde es gerne sehen, dass der Mars in den Mittelpunkt rückt, genauso wie sich Präsident John F. Kennedy auf den Mond konzentrierte."

China treibt eigenes Mond-Programm voran

Mondlandung (Foto: AP)

Historisches Vorbild: Die Mondlandung 1969

Der Mars-Vorstoß der altgedienten Raumfahrer fällt in eine Ära, in der nicht einmal die nächste Expedition auf den Mond sicher ist. Auch die Frage, wer als nächstes einen Menschen auf den Erdtrabanten bringt, kann derzeit als völlig offen betrachtet werden. Zwar hatte der damalige US-Präsident George W. Bush 2003 die Order ausgegeben, mit neuen Raketen, neuen bemannten Raumkapseln und -fähren 2020 wieder auf dem Mond zu landen.

Aber auch die Volksrepublik China will bis 2020 einen Menschen zum Mond bringen. Und warum sollte der nächste Mann auf dem Erdtrabanten nicht ein "Taikonaut" sein, fragen die Experten. China war nach der Sowjetunion und den USA 2003 das dritte Land, das eigenständig einen Menschen in den Weltraum schoss. Indien und Japan scheinen hingegen noch nicht reif für eine selbstständige bemannte Raumfahrt. Die Europäer mit ihrer ESA stecken hier noch in der Planungsphase. Überhaupt verliere man in der Raumfahrt den Anschluss an die USA und Russland, aber auch an China und Indien, mahnte EADS-Chef Louis Gallois.

Große Träume und bittere Realität

Neil Armstrong, Edwin E. Buzz Aldrin, Michael Collins (Foto: AP)

Die erste Mondmission: Neil Armstrong, Edwin E. "Buzz" Aldrin, Michael Collins vor 40 Jahren...

Bei der NASA war man zuletzt skeptischer, vielleicht auch realistischer. Der Raumfahrtexperte und frühere NASA-Direktor Michael Griffin erklärte, er sehe schon für die nächste Mond-Mission die Chinesen vorn. Auch Harrison Schmitt, einer der zwölf Astronauten auf dem Mond (Apollo 17) und republikanische Ex-Senator im US-Kongress, hält es durchaus für möglich, dass der 13. Mensch auf dem Mond aus China kommt.

Ungeachtet aller internationalen Bekenntnisse und einem permanenten Ausbau ist auch das Projekt der Internationalen Raumstation ISS häufig von Misstönen begleitet. Nachdenklich stimmen da immer neue Berichte über technische Probleme und dauernde Reparaturen. Ein ernüchterndes, kurioses Ereignis aus neuerer Zeit: Mit 13 Personen ist die Besatzung momentan so stark wie nie zuvor. Gerade aber jetzt funktionieren die Toiletten nicht. Die in Russland hergestellte, mehrere Millionen teure Anlage war erst vor Wochen installiert worden.

Im Geiste Kennedys den Mars im Visier?

Michael Collins, Neil Armstrong , Buzz Aldrin (Foto: dpa)

...und 30 Jahre später

US-Präsident Barack Obama hat eine generelle Überprüfung der gesamten NASA-Planungen angeordnet. Ob Mond- oder Mars-Mission: Eine Riesenaufgabe für den neuen Präsidenten - und für seine Nachfolger.

Externe Gutachter stellen die Mond-Mission und die Abhängigkeiten von Russland bei der ISS auf den Prüfstand. Fast sieben Milliarden Dollar wurden schon für das Mond-Programm ausgegeben. Der Zeitplan ist im Verzug, obwohl monatlich 300 Millionen Dollar investiert werden, und dies ungeachtet von angestrebtem radikalen Sparkurs und immenser Staatsverschuldung.

Die gigantischen Kosten sind auch das Hauptargument der politischen Gegner der bemannten Raumfahrt in Deutschland. "Die exorbitanten Kosten" stünden in "keinem Verhältnis zum wissenschaftlichen Erkenntnisgewinn" erklärte die Linksfraktion im Bundestag. "Eine hoffnungslose Sackgasse", hieß es von der Grünen-Fraktion. Auch die ISS sei "ein Fass ohne Boden mit zu geringem wissenschaftlichen Output". (sc/det/ap/afp)

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