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Wissen & Umwelt

Alles Hollywood, oder was?

Die Menschen waren auf dem Mond - aber Verschwörungstheorien haben ein ewiges Leben.

Weltraum-Computer-Anmation (Foto: dpa)

Alles nur ein einziger Fake?

Vor 40 Jahren hat Neil Armstrong seinen Fuß in staubigen Boden gesetzt. Soviel steht fest. Aber hat das wirklich auf dem Mond stattgefunden? Oder war es nicht doch im Studio Zwo B in Hollywood? Wurde Apollo 11 von brillanten NASA-Ingenieuren auf die Reise geschickt oder von genialen Regisseuren in Szene gesetzt, am besten vom Traumduo Stanley Kubrick und Billy Wilder?

Die Anhänger der Verschwörungstheorien verweisen auf Fotos, auf denen die Schatten nicht parallel verlaufen. Für Leute, die von elementaren Kenntnissen der Optik unbelastet sind, mag das in der Tat ein Hinweis auf mehrere Lichtquellen - vulgo: Scheinwerfer im Studio – sein ... Dabei kann jeder bei Sonnenschein am Sandstrand seiner Wahl genau solche Bilder machen: Der vermeintlich eine Fälschung belegende Schattenverlauf erweist sich als rein perspektivischer Effekt.

Dann heißt es, auf den Mondfotos seien am dunklen Himmel gar keine Sterne zu sehen. Dabei müssten die Sterne auf dem Mond ohne störende Lufthülle viel heller leuchten. Das tun sie auch - aber es bleibt beim enormen Helligkeitskontrast zwischen der im gleißenden Sonnenlicht liegenden Mondoberfläche und den schwachen Funzeln am Himmel. Auch hier kann jeder den Selbstversuch machen: Einfach Oma abends auf die Terrasse setzen, hell anleuchten und dann versuchen ein Foto zu machen, auf dem Oma und die Sterne zu erkennen sind. Es wird nicht klappen. Ein klarer Beleg, dass Oma gefälscht ist!

Die beiden Astronauten Neil Armstrong und Buzz Aldrin hissen die US-Flagge auf dem Mond (Foto: AP)

Angeblich eigenartige Schatten und eine flatternde US-Flagge sind zwei beliebte Argumente, um die Mondlandung zu widerlegen. Einmal platzte dem Astronauten Buzz Aldrin der Kragen, als ihn wieder einmal ein Verschwörungstheoretiker fragte, ob er denn wirklich auf dem Mond gewesen sei. Ein Faustschlag war Aldrins Antwort.

Immer wieder gern genommen ist die flatternde Fahne. Liebe Verschwörungsfans, glaubt Ihr im Ernst, Stanley Kubrick und Billy Wilder wären so blöd, eine Windmaschine auf den Hollywood-Mond zu setzen? So ein Fehler wäre denen niemals unterlaufen. Es hilft schon, wenn man zur Abwechslung mal genau hinschaut: Dann sieht man, dass die von der NASA extra verkrumpelt aufgehängte Fahne nur unmittelbar nach dem Aufstellen schwingt. Denn der in den Mondboden gerammte Stab vibrierte noch einige Zeit - und das deutlich länger als auf der Erde, weil es auf dem Mond keine Luftmassen gibt, die das Schwingen schnell dämpfen.

Kurios auch die Behauptung, die Astronauten seien im Schatten der Mondfähre noch zu sehen, also müssen es eine weitere Lichtquelle gegeben haben. Das stimmt sogar! Denn links und rechts neben dem Schatten ist der Mondboden strahlend hell angeleuchtet. Dort wird Sonnenlicht reflektiert, das wiederum den Astronauten im Schatten fahl anleuchtet. Auch das kein übler Trick, sondern simple Physik, die jeder im Schatten einer Straßenlaterne nachvollziehen kann.

Autor Dirk Lorenzen ist Physiker und Weltraumexperte (Foto: Dirk Lorenzen)

Autor Dirk Lorenzen ist Physiker und Weltraumexperte

Und ein letzter Punkt: Die Sowjets haben 1969 genau gewusst, was die Amerikaner im All getan haben. Warum aber hätten sie bei einem inszenierten Mondflug schweigen und den USA den Propagandasieg gönnen sollen? Aber klar - echte Verschwörungsfans lassen sich von Fakten nicht beirren. Sie werden jetzt einfach behaupten, auch die Sowjetunion sei eine Fälschung aus Hollywood ...

Autor: Dirk Lorenzen

Redaktion: Judith Hartl