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Politik

Antikriegs-Demos weltweit

Am 19. März jährt sich der Beginn des Irakkriegs zum vierten Mal - Anlass für viele Menschen weltweit, gegen den Krieg zu protestieren und den Abzug der ausländischen Truppen zu fordern.

Demonstranten gegen den Irakkrieg vor dem Lincoln-Memorial in Washington

Kundgebung in Washington gegen den Irakkrieg

An diesem Wochenende finden in vielen amerikanischen Städten Demonstrationen gegen den Krieg statt. Allein in der Hauptstadt Washington gingen am Samstag Tausende auf die Straße. Wenn US-Präsident Bush im Weißen Haus gewesen wäre, hätte er sie hören können, die Demonstranten, die ein Ende des Irakkriegs forderten. Doch Bush ist in an diesem Wochenende in Camp David und so erreichen ihn die Forderungen nach seiner Amtsenthebung, wenn überhaupt, nur über seine Berater.

Erinnerungen an den Vietnam-Krieg

Journalisten schätzten, dass in Washington 50.000 Menschen am "Marsch auf das Pentagon" teilnahmen. Die Veranstalter der Antikriegsbewegung Answer (Act Now to Stop War and Racism') wollten damit an eine ähnliche Demonstration gegen den Vietnam-Krieg im Oktober 1967 anknüpfen. Die Demonstranten hatten sich zunächst in der Nähe des Vietnam-Kriegdenkmals versammelt und waren dann zum Pentagon marschiert - die gleiche Strecke, die vor 40 Jahren schon einmal Kriegsgegner gegangen waren. Im Oktober 1967 forderten die Demonstranten ein Ende des Vietnamkrieges. Es gab gewalttätige Auseinandersetzungen mit Soldaten, die Stimmung im Land kippte. Auf letzteres hoffen auch die heutigen Kriegsgegner.

Demonstraten mit Transparenten beim 'Marsch auf das Pentagon'

Beim 'Marsch auf das Pentagon' erinnerten viele Demonstranten an den Vietnamkrieg

Zu den Unterstützern der Demonstration zählten neben Friedensgruppen und Gewerkschaften auch verschiedene Veteranenverbände. Andere ehemalige Soldaten und Kriegsbefürworter allerdings beschimpften die Kriegsgegner als Verräter und ließen sie durch Spaliere mit US-amerikanischen Fahnen laufen. Die Polizei trennte die beiden Gruppen aber meistens, die Stimmung blieb friedlich.

Für Sonntag rief die Bewegung United for Peace and Justice zu einer Kundgebung gegen den Krieg in New York auf. Für Montag sind in Washington und anderen US-Städten Mahnwachen mit Kerzen geplant.

Mehrheit der US-Bürger befürwortet Abzug aus dem Irak

Auch in mehreren spanischen Städten fanden Großkundgebungen gegen den Irak-Krieg statt. Allein in Madrid gingen nach Angaben der Veranstalter 400.000 Menschen auf die Straße. Die Polizei sprach allerdings nur von "einigen Zehntausenden". Die Demonstranten warfen Bush, dem britischen Premierminister Tony Blair und dem früheren spanischen Regierungschef José María Aznar Verbrechen gegen die Menschlichkeit vor.

In Istanbul beteiligten sich rund 6000 Menschen an der Demonstration gegen den Krieg. In Kopenhagen, Prag, Athen, Thessaloniki und Nikosia folgten mehrere hundert Demonstranten dem Aufruf von Friedensorganisationen. Auch in Seoul und in Santiago de Chile gab es Protestkundgebungen.

Die USA waren am 20. März 2003 in den Irak einmarschiert. Seither sind mehr als 3200 US-Soldaten und viele zehntausende irakische Zivilisten getötet worden. In der US-Bevölkerung ist der Irak-Krieg zunehmend unpopulär. Umfragen zufolge befürwortet eine Mehrheit einen festen Zeitplan für den Abzug der US-Truppen.

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