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Aktuell Asien

Anti-japanische Stimmung in China

Im Streit mit Japan um eine Inselgruppe werden die Proteste in China heftiger. Mehrere hundert Chinesen demonstrierten vor der japanischen Botschaft in Peking. Steine und Flaschen wurden auf das Gebäude geworfen.

Aufgebrachte Demonstranten, die Japan-feindliche Parolen skandierten, schienen es darauf anzulegen, die Botschaft zu stürmen. Sie protestierten gegen die ihrer Ansicht nach unrechtmäßige japanische Besetzung einer Inselgruppe im Ostchinesischen Meer. Die mit Schutzschilden und Schlagstöcken ausgerüsteten Sicherheitskräfte hatten Mühe, die Kontrolle zu behalten.

In der Metropole Shanghai waren die Straßen zum japanischen Konsulat abgesperrt. Hunderte Polizisten ließen allerdings kleinere Gruppen von Demonstranten passieren. Japanischen Medienberichten zufolge gab es auch Proteste in den chinesischen Städten Xian, Suzhou, Changsha und Nanjing, die jedoch meist friedlich blieben. Vor dem Hintergrund der zunehmenden Spannungen brach der japanische Außenminister einen Besuch in Australien ab und kehrte nach Tokio zurück.

Japan verstaatlichte die Inseln

Hunderte Chinesen demonstrieren vor der japanischen Botschaft in Peking. (Foto: AFP)

Die Demonstranten skandierten Japan-feindliche Parolen

Der seit langem schwelende Streit zwischen beiden Ländern dreht sich um eine unbewohnte Inselgruppe im Ostchinesischen Meer, die in Japan Senkaku und in China Diaoyu heißt, und rund 200 Kilometer von Taiwan und 2000 Kilometer von Tokio entfernt liegt. Die Lage war eskaliert, nachdem die japanische Regierung trotz Warnungen der chinesischen Staatsführung die Inseln von ihren privaten Besitzern aufgekauft und damit verstaatlicht hatte.

China hatte am Freitag sechs Patrouillenboote zu dem Archipel geschickt, um seinen Besitzanspruch geltend zu machen. Während Japans Regierung von einem "beispiellosen Vorfall" sprach, erklärte China, seine Interessen vor Ort verfolgen zu wollen. Die Inselgruppe, die in fischreichen Gewässern liegt, ist von strategisch wichtiger Bedeutung. Außerdem werden dort Öl- und Gasvorkommen vermutet.

GD/det (afp, rtr, dapd)

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