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Aktuell Asien

Inselstreit spitzt sich zu

China hat im Streit mit Japan um eine Inselgruppe im Ostchinesischen Meer erneut Stärke demonstriert. Sechs Patrouillenboote wurden von Peking zu dem Archipel geschickt. Tokio sprach von einem "beispiellosen Vorfall".

Die Inselgruppe im Ostchinesischen Meer, um die gestritten wird (Foto: AP)

Japan China Inselgruppe Senkaku

Die unbewohnte Inselgruppe im Ostchinesischen Meer wird von Japan und China gleichermaßen beansprucht. Sie ist wegen größerer Fischbestände und vermuteter Öl- und Gasvorkommen für beide Länder strategisch wichtig. Auch Taiwan erhebt Anspruch auf die Inseln.

Erneut tauchten nun sechs chinesische Patrouillenschiffe in den Gewässern um das Archipel auf. Mit der Präsenz von Marineschiffen unterstreicht China seinen Anspruch auf das Gebiet - als Reaktion auf die Ankündigung Japans, drei der Inseln von ihren japanischen Privatbesitzern zu kaufen. Peking wolle seine Interessen vor Ort verfolgen, hieß es dazu aus dem chinesischen Außenministerium.

Chinas Botschafter einbestellt

Japans Regierungssprecher Osamu Fujimura sprach von einem "beispiellosen Vorfall". Die Regierung in Tokio bestellte umgehend den chinesischen Botschafter ein, um gegen das aus Sicht Tokios unrechtmäßige Eindringen in japanische Hoheitsgewässer zu protestieren. Bei der Einbestellung des chinesischen Diplomaten in das japanische Außenministerium hätten beide Seite den Wunsch ausgedrückt, dass der Inselstreit nicht weiter eskaliert und sich nicht negativ auf die allgemeinen bilateralen Beziehungen auswirkt, meldete die japanische Nachrichtenagentur Kyodo.

Nach Angaben der japanischen Küstenwache handelte es sich um die bisher größte Anzahl chinesischer Schiffe, die zu den Inseln vorgedrungen seien. Die Boote seien aufgefordert worden, die Gewässer um die Inselgruppe zu verlassen. Zunächst seien zwei Patrouillenboote nahe des Archipels gesichtet worden, später seien vier weitere Schiffe gefolgt. Die ersten beiden Boote verließen die "japanischen Gewässer" demnach rund anderthalb Stunden nach ihrem Eintreffen wieder.

Japan kauft und verstaatlicht Inseln

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Die unbewohnte Inselgruppe, die in Japan Senkaku und in China Diaoyu heißt, liegt rund 200 Kilometer von Taiwan und rund 2000 Kilometer von Tokio entfernt. Vier der fünf Inseln sind bisher in japanischem Privatbesitz, eine gehört der Stadt Tokio. Das japanische Kabinett hatte am Montag beschlossen, drei der in Privatbesitz befindlichen Inseln von ihren Eigentümern zu kaufen und so zu verstaatlichen.

Peking hatte daraufhin "ernste Konsequenzen" angekündigt. Die chinesische Regierung werde von ihren Gebietsansprüchen nicht abrücken, sagte Ministerpräsident Wen Jiabao.

kis/det (afp, dpa, dapd)