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Aktuell Afrika

Anschlagserie erschüttert Nigeria

Im Norden Nigerias sind innerhalb von 24 Stunden drei Bomben explodiert. Bei dem jüngsten Anschlag rissen offenbar minderjährige Selbstmordattentäterinnen mehr als 15 Menschen mit in den Tod.

Der Marktplatz von Kano nach dem Doppelanschlag (Foto: dpa)

Der Marktplatz von Kano nach dem Doppelanschlag

Erst am Dienstag hatten vermutlich Islamisten im Nordosten des Landes mindestens 32 Menschen getötet und mehr als 30 weitere verletzt. Die Täter zündeten auf einem Parkplatz der Stadt Yola einen Sprengsatz. Der Ort war in der Vergangenheit wiederholt Ziel von Anschlägen der nigerianischen Terrorgruppe "Boko Haram".

Die beiden jüngsten Anschläge trafen die Stadt Kano im gleichnamigen Bundesstaat. Nach Polizeiangaben zündeten zwei rund elf und 18 Jahre alte Mädchen in einem belebten Einkaufsviertel Sprengstoffgürtel. "Eine ging in den Markt, die andere blieb draußen, dann explodierten sie", schilderte Polizeisprecher Musa Magaji Majia den Tathergang. Dabei seien nicht nur die beiden Attentäterinnen, sondern auch mindestens 15 weitere Menschen mit in den Tod gerissen worden. Augenzeugen sprachen sogar von mehr als 25 Toten. Die Polizei riegelte die Zufahrtsstraßen nach Kano ab, um den Kleinbus aufzuspüren, aus dem die Mädchen ausgestiegen waren. In dem Fahrzeug hätten laut Majia vier weitere Frauen gesessen.

Staatschef Buhari gibt sich siegesgewiss

Auch in Kano hatte "Boko Haram" bereits mehrfach Anschläge verübt. Die Islamistengruppe sucht sich gezielt belebte Orte aus, um dort mit Hilfe von Selbstmordattentätern möglichst viele Menschen zu töten. Dabei setzt "Boko Haram" auch Frauen und Mädchen ein. Es bleibt dabei oft ungewiss, ob diese wussten, dass sie eine Bombe tragen.

Nigerias Staatschef Muhammadu Buhari verurteilte die Anschläge in Kano und Yola als "barbarisch" und "feige". Seine Regierung sei entschlossen, "Boko Haram in Nigeria auszulöschen" und der Armee werde dies "bald gelingen". Die Islamisten wollen im überwiegen von Muslimen bewohnten Norden Nigerias einen islamischen Staat errichten. Bei den Kämpfen mit der Armee und zahlreichen Attentaten wurden seit 2009 mindestens 17.000 Menschen getötet.

djo/sc (afp, dpa)