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Politik

Anschlag in Istanbul

Im Zentrum von Istanbul ist ein Selbstmordanschlag verübt worden. Dabei wurden mindestens 32 Menschen verletzt. Es war der schwerste Anschlag in der Bosporus-Metropole seit sieben Jahren.

Spurensicherung nach dem Anschlag auf einen türkischen Polizeibus in Istanbul (Foto: picture-alliance/dpa)

Spurensicherung nach dem Anschlag auf einen türkischen Polizeibus in Istanbul

Der Attentäter hatte am Sonntag (31.10.2010) offenbar versucht, auf dem belebten Taksim-Platz im europäischen Teil Istanbuls in einen Polizeibus einzudringen. Als er daran gehinderte wurde, zündete er den Sprengsatz.

Sicherheitskräfte am Tatort (Foto: picture-alliance/dpa)

Die Polizei sichert den Tatort

Die Explosion tötete den Attentäter und verletzte mindestens 15 Polizisten und 17 Passanten. Nach Angaben von Polizeichef Hüseyin Capkin wurde am Tatort ein zweiter Sprengsatz gefunden, der nicht detoniert war.

Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan kündigte ein entschlossenes Vorgehen gegen die Drahtzieher des Anschlags an. "Wir werden es nicht hinnehmen, dass diese Menschen den Frieden in der Türkei sowie die Sicherheit und die Entwicklung des Landes bedrohen", sagte er bei einem Besuch der südöstlichen Stadt Mardin.

Bundeskanzlerin Angela Merkel verurteilte das Selbstmordattentat in Istanbul. Sie sprach dem türkischen Ministerpräsidenten ihr Mitgefühl aus.

Beliebte Touristenmeile

Polizeifahrzeuge auf dem Taksim-Platz in Istanbul (Foto: picture-alliance/dpa)

Der Taksim-Platz im Zentrum von Istanbul

Der Taksim-Platz ist mit seinen zahlreichen Restaurants, Hotels und Geschäften ein beliebtes Touristen-Ziel und ein Knotenpunkt für den öffentlichen Nahverkehr der Stadt. Zudem finden auf dem Platz zahlreiche politische Demonstrationen statt. Die Polizei ist rund um die Uhr auf einem mit Gitterzäunen abgetrennten Teil des Platzes präsent. Bereits 1999 und 2001 waren auf Polizisten am Taksim-Platz Selbstmordanschläge verübt worden. Der Nachrichtenagentur Anadolu zufolge wurden bei dem ersten Anschlag 13 Menschen verletzt, 2001 wurden zwei Polizisten getötet und zehn Menschen verletzt.

Terrorziel Istanbul

Polizeibeamte ermitteln nach dem Selbstmordanschlag (Foto: picture-alliance/dpa)

Die Suche nach den Schuldigen läuft auf Hochtouren

In der Vergangenheit war es in Istanbul wiederholt zu Bombenanschlägen gekommen. Der bislang folgenschwerste Terrorakt ereignete sich 2003, als ein Anschlag der El-Kaida-Islamisten 57 Menschenleben forderte. Aber auch andere radikalislamische Banden sowie Anhänger der verbotenen Kommunistischen Partei Kurdistans PKK und linksextreme Gruppen verübten in Istanbul Anschläge. Am Sonntag war ein von den kurdischen Rebellen einseitig ausgerufener Waffenstillstand zu Ende gegangen.

Autor: Hartmut Lüning/Hajo Felten (afp, dapd, dpa)
Redaktion: Eleonore Uhlich