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Aktuell Nahost

Anschlag auf syrische Regierungstruppen in Aleppo

Während die Rebellen aus Homs abziehen, werden in Aleppo bei einem Anschlag zahlreiche regimetreue Soldaten getötet. Bundesentwicklungsminister Müller kritisiert die EU für ihren Umgang mit syrischen Flüchtlingen.

Islamistische Rebellen haben in der syrischen Stadt Aleppo einen Sprengsatz unter einem Hotel gezündet, das von den Regierungstruppen genutzt wird. Durch die gewaltige Explosion sollen nach offiziell unbestätigten Angaben von Revolutionsaktivisten Dutzende Soldaten und Kämpfer regimetreuer Milizen getötet worden sein. Die Rebellengruppe "Islamische Front" bekannte sich auf Twitter zu dem Anschlag und sprach von 50 Toten.

Das historische Gebäude wurde dabei stark beschädigt. Die in London ansässige Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte berichtete, die Rebellen hätten unter dem Gebäude einen Tunnel gegraben und dort eine größere Menge Sprengstoff versteckt.

Das syrische Staatsfernsehen berichtete, die Explosion habe sich in einem von Regierungstruppen kontrollierten Gebiet am Rande eines umkämpften Viertels ereignet. Das Carlton Citadel Hotel sei betroffen.

Abzug aus Homs geht weiter

Der Angriff ist ein Schlag gegen die Regierungstruppen, die im Norden Syriens zunehmend die Kontrolle gewinnen. Die Rebellen ziehen sich nach einem Waffenstillstandsabkommen aus der Stadt Homs zurück. Ein ähnliches Abkommen mit der Opposition in Aleppo scheint nicht in Sicht.

In der Altstadt von Homs trafen am Mittag Busse ein, mit denen die letzten Kämpfer und Zivilisten aus dem vormals belagerten Viertel abgeholt werden sollten. Am Mittwoch hatten gemäß einer Vereinbarung zwischen den Rebellen und dem Regime von Präsident Baschar al-Assad 600 Menschen das vormals belagerte Viertel verlassen, darunter 450 Kämpfer. Die Rebellen hatten nach Informationen der Organisation Syrischer Menschenrechtsbeobachter ihrerseits 14 Soldaten und eine iranische Zivilistin freigelassen sowie 15 alawitische Zivilisten aus der Provinz Latakia, die im vergangenen August verschleppt worden waren.

Arabische Liga tagt zum Syrien-Koflikt

Das Regime setzte ungeachtet westlicher Kritik seine Vorbereitungen für die Präsidentenwahl am 3. Juni fort. Die staatliche Nachrichtenagentur Sana meldete, Syrer, die im Ausland lebten, sollten sich bei den diplomatischen Vertretungen als Wähler registrieren lassen. Die Opposition hat die Wahl als "Farce" bezeichnet.

Saudi-Arabien, das zu den wichtigsten Unterstützern der syrischen Exil-Opposition und der Rebellen gehört, fordert eine Sondersitzung der Arabischen Liga zum Syrien-Konflikt. Bei dem Treffen auf Außenministerebene soll am kommenden Montag in Riad auch über die syrische Präsidentenwahl gesprochen werden.

EU-Sonderrat zur Lage der syrischen Flüchtlinge gefordert

Bundesentwicklungsminister Gerd Müller hat unterdessen das bisherige Engagement der Gesamtheit der EU-Länder für syrische Bürgerkriegsflüchtlinge kritisiert. "Die Aufnahmebereitschaft einiger europäischer Staaten ist beschämend", sagte Müller im Bundestag. Insgesamt sei es nicht ausreichend, was die Europäische Union geleistet habe, um Flüchtlingen eine Perspektive zu bieten oder die Nachbarstaaten Syriens bei der Bewältigung der Flüchtlingsströme zu unterstützen. Müller forderte einen Sonderrat zur Lage der syrischen Flüchtlinge auf EU-Ebene.

cr / rb (dpa, ap, epd)