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USA

Anpacken nach dem Durchzug von "Irma"

"Irma" hat an Kraft verloren, ist aber noch immer ein sehr gefährlicher Sturm. Bei seinem Zug durch den Südosten der USA sterben weitere Menschen, Küstenstädte stehen unter Wasser. Auch Deutschland schickt Hilfe.

Nach seinem zerstörerischen Zug durch Florida brachte der Tropensturm schwere Regenfälle und heftigen Wind nach Georgia und South Carolina. Mindestens drei Menschen kamen ums Leben. In Florida wird das Ausmaß der Schäden erst nach und nach sichtbar. Der Sturm riss in vielen Teilen Hausdächer herab und kappte Leitungen. Millionen Haushalte sind ohne Strom.

"Irma" war am vergangenen Mittwoch erstmals auf der kleinen Karibikinsel Barbuda an Land getroffen. Es ist einer der schwersten jemals in der Region registrierten Tropenstürme. Einige Gegenden in der Karibik wurden so schwer zerstört, dass sie als unbewohnbar gelten. Schätzungen zufolge kamen mindestens 42 Menschen ums Leben. In der Karibik gab es 34 Todesopfer, darunter 10 in Kuba. In den USA starben mindestens acht Menschen.

Verbogene Brücken

Auf den Florida Keys hinterließ "Irma" eine gewaltige Verwüstung. Auf Bildern sind zerstörte Häuser zu sehen, sie hatten sich zum Teil von ihren Fundamenten gelöst. Die Inselgruppe war direkt vom Auge des Sturms getroffen worden. Sie liegt vor der Südspitze Floridas und hat rund 70.000 Einwohner. Die einzige Landverbindung zwischen den Inseln und dem Festland ist der Overseas Highway, der zum großen Teil aus Brücken besteht.

Das Weiße Haus rechnet damit, dass Bewohner möglicherweise über Wochen nicht auf die Inselgruppe zurückkehren können. Es werde dauern, bis sich die Gegend von dem Sturm erholt habe, sagte Heimatschutzberater Tom Bossert. Man habe Grund zur Annahme, dass einige der Zugbrücken, die die Straßen zwischen den Inseln verbinden, verbogen seien.

Hilfe aus Deutschland

Hilfe nach dem Hurrikan leistet auch Deutschland. Das Auswärtige Amt werde ein Krisenunterstützungsteam mit einem Airbus A340 der Flugbereitschaft der Bundeswehr in die USA entsenden, hieß es aus Regierungskreisen.

Die Maschine solle ein Team, das aus Experten des Auswärtigen Amts, des Technischen Hilfswerks und der Bundeswehr bestehe, sowie Material in die USA bringen. Einem Bericht des "Spiegel" zufolge kommt zudem ein Airbus A310 der Luftwaffe zum Einsatz, der sich ohnehin in den USA befindet.

Macron in der Karibik

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron besucht an diesem Dienstag die vom Hurrikan "Irma" massiv beschädigten Karibikinseln Saint-Martin und Saint-Barthélémy. Der Staatschef will Experten und Hilfsgüter mitbringen. Macron wird - aus Frankreich kommend - erst auf der französischen Karibikinsel Guadeloupe landen, die als Umschlagplatz für die Krisenhilfe dient.

Oppositionspolitiker hatten der Regierung in Paris mangelhafte Vorbereitung auf den Hurrikan vorgeworfen. Auch Plünderungen in Saint-Martin sorgten für Kritik. In Frankreich ist ein parlamentarischer Untersuchungsausschuss im Gespräch.

Die Insel Saint-Martin teilt sich in einen französischen und einen niederländischen Teil, genannt Sint Maarten. Große Bereiche der Insel wurden vom Hurrikan zerstört oder beschädigt. Mindestens zehn Menschen kamen auf französischer Seite um, die niederländischen Behörden zählten mindestens vier Todesopfer. In die Region sind auch der niederländische König Willem-Alexander und der niederländische Innenminister Ronald Plasterk gereist. Niederländische Soldaten versorgen rund 40.000 Einwohner mit Wasser und Nahrungsmitteln.

haz/jj (dpa, rtr)

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