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Wirtschaft

Anlagen zur Wasseraufbereitung

Wasser ist unser wichtigstes Lebensmittel. Die Firma Grünbeck aus dem bayerischen Höchstädt hat sich in den vergangenen sechs Jahrzehnten zu einem der führenden Anbieter für Wasseraufbereitungslanlagen entwickelt.

Wasserenthärtungsanlage (Foto: Grünbeck)

Grünbeck liefert weltweit in rund 50 Länder

Wasserenthärtungsanlage (Foto: Grünbeck)

Wasserenthärtungsanlage

Das mittelständische Unternehmen Grünbeck mit weltweit rund 700 Mitarbeitern erforscht, entwickelt, produziert und vertreibt Techniken zur Wasseraufbereitung für unterschiedliche Einsatzbereiche. Die 1949 gegründete Firma liefert seit Mitte der 80er Jahre auch ins Ausland und ist mittlerweile in rund 50 Ländern vertreten - zum Beispiel in Brasilien und in Kuba. Trotz Wirtschaftskrise erzielt die Firma auch aktuell einen hohen Umsatz. Der Anteil des Exports liegt zwischen 25 und 40 Prozent - je nach Auftragslage.

Spezialisierung zahlt sich aus

Geschäftsführer Günter Stoll (Foto: Grünbeck)

Geschäftsführer Günter Stoll

Spezialisiert hat sich Grünbeck auf Produkte zur Wasseraufbereitung für die Bereiche Haushalt, Gewerbe und Industrie, unter anderem als Wasserenthärter für den Hausgebrauch, für die Getränke- und Lebensmittelindustrie, für Schwimmbäder und für den im Moment besonders gut laufenden Kraftwerksbereich: "Überall wo man im Kraftwerksbereich Wasserdampf braucht, braucht man auch eine entsprechende Wasseraufbereitung, um störende Inhaltsstoffe herauszufiltern", erklärt Geschäftsführer Günter Stoll. Zum Beispiel bilden sich bei der Erwärmung von kalkhaltigem Wasser Ablagerungen, die für einen technischen Prozess hinderlich sind. Je nach Einsatzbedarf und Wasserqualität setzt man unterschiedliche chemische, physikalische und biologische Verfahren ein, um dem Wasser die nicht erwünschten Bestandteile wie Viren, Bakterien, Kalk oder Salze zu entziehen. Industriemechaniker, Fertigungsmechaniker und Elektroniker bauen die Wasseraufbereitungsanlagen in drei riesigen Hallen auf dem Werksgelände in Höchstädt zusammen.

Investition in die Zukunft

Installierte Wasserenthärtungsanlage (Foto: Grünbeck)

Ob privater Haushalt oder für die Indistrie: Grünbeck bietet Lösungen für jeden

Die Firma Grünbeck investiert viel Geld in Zukunftstechnologien. Besonders in weniger entwickelten Ländern sieht sie wirtschaftliches Potential. Im Moment läuft ein auf zwei Jahre angelegtes Forschungsprojekt mit einer mobilen Wasseraufbereitungsanlage in Brasilien.

"Wir schicken einen Wasseraufbereitungscontainer nach Brasilien, der wird dort an fünf bis sechs Orten jeweils zur Probe betrieben. Ein Techniker vor Ort testet die unterschiedlich eingehenden Wasserqualitäten", erklärt Verkaufsleiter Alexander Görbing. Das Wichtigste sei, dass nach den 24 Monaten Probezeit eine richtig gute Wasserqualität an den unterschiedlichen Standorten herauskomme. Nur dadurch werde ein erfolgreicher Markteinstieg in einem Land wie Brasilien gewährleistet.

Rund 10.000 Menschen können pro Tag durch diese mobilen Anlagen mit sauberem Trinkwasser versorgt werden. In Kooperation mit dem drittgrößten Wasserversorger Brasiliens 'Compasa', der Münchener Bundeswehruniversität und einem Ingenieursbüro führt Grünbeck dieses Forschungsprojekt durch. Unterstützt wird das Projekt von der deutschen Förderbank KfW. Doch den größten Teil der sechsstelligen Investitionssumme bringt die Firma selbst auf. Im Jahr 2009 wurde Grünbeck für dieses Entwicklungsprojekt vom Umweltcluster Bayern ausgezeichnet.

Mitarbeiterbeteiligung, Know How und Forschung

Umkehr-Osmoseanlage für Wasseraufbereitung in Kraftwerken (Foto: Grünbeck)

Umkehr-Osmoseanlage für Wasseraufbereitung in Kraftwerken

Im Mittelpunkt des unternehmerischen Denkens der Gründer Josef und Loni Grünbeck stehen seit jeher die Mitarbeiter des Hauses. Bereits 1968 wurde das "Grünbeck-Beteiligungsmodell der sozialen Partnerschaft" ins Leben gerufen. Mitarbeiter haben dadurch die Möglichkeit, GmbH-Gesellschafter zu werden. Eine gute Beratung und Betreuung der Kunden, hochwertige Produkte und innovative Ideen sind ein weiteres Erfolgsrezept der Firma: "Es geht nicht nur darum, möglichst billig Produkte zur Verfügung zu stellen, sondern wir reden über Anlagen und Apparate für Trinkwasser, dem wichtigsten Lebensmittel des Menschen", betont Geschäftsführer Stoll. Die Kompetenz und das Know How der Mitarbeiter sind bei Grünbeck essentiell für den wirtschaftlichen Erfolg.

Hoch oben im 3. Stock oberhalb einer der Produktionshallen befindet sich das Herz der Firma Grünbeck - das Entwicklungszentrum. Dort erforschen und entwickeln rund 15 Ingenieure, Chemiker und Biologen die neusten Technologien. Die Laboranten prüfen hier die Wasseraufbereitungsanlagen unter realen Bedingungen und die Ingenieure basteln an umweltfreundlichen Techniken. Ohne aufwendige Prüfverfahren, das weiß man bei Grünbeck, ist mit gutem Wasser im Export kein Geschäft zu machen. Denn nur bei qualitativ einwandfreier Ware wird das aufbereitete Wasser zum begehrten Nass und damit auch zum Verkaufsschlager.

Autorin: Anja Seiler

Redaktion: Daniel Scheschkewitz/Klaus Ulrich

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