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Amerika

Anklage gegen verhinderten "Flugzeugbomber"

Zwei Wochen nach dem fehlgeschlagenen Anschlag auf ein US-Passagierflugzeug hat eine Grand Jury den beschuldigten Nigerianer offiziell in sechs Punkten angeklagt. Umar Farouk Abdulmutallab droht lebenslange Haft.

Umar Farouk Abdulmutallab (Foto: AP)

Unter Anklage: Abdulmutallab

Die Anklagejury wirft dem 23-jährigen Nigerianer unter anderem versuchten Mord und versuchten "Gebrauch einer Massenvernichtungswaffe" vor. Abdulmutallab soll außerdem wegen vorsätzlichen Versuchs der Zerstörung eines Flugzeuges, wegen der gezielten Platzierung von Sprengstoff an Bord und wegen Besitzes einer "zerstörerischen Vorrichtung zum Begehen eines Gewaltverbrechens" in zwei Fällen zur Rechenschaft gezogen werden. Im Falle eines Schuldspruchen muss er mit einer lebenslangen Gefängnisstrafe rechnen, auch wenn von Terrorismus in der siebenseitigen Anklageschrift nicht die Rede ist.

Warten auf den Prozess

Die Anklage wurde bei einem Bundesgericht in Detroit eingereicht. Der mutmaßliche Täter sitzt derzeit in einem Gefängnis in Milan im US-Bundesstaat Michigan in Untersuchungshaft. Der Prozessbeginn steht noch nicht fest. Eine erste Anhörung vor Gericht ist für Freitag (08.01.2010) vorgesehen.

'Delta'-Maschine auf dem Flughafen Detroit (Foto: AP)

Anschlagsziel: Flug "NW 253"

Abdulmutallab hatte am ersten Weihnachtstag versucht, eine in Amsterdam gestartete Passagiermaschine kurz vor der Landung in Detroit zu sprengen. Dafür hatte er in seiner Unterwäsche den hochexplosiven Stoff PETN an Bord geschmuggelt.

Der Anschlag auf den mit rund 300 Menschen besetzten Airbus scheiterte nur deshalb, weil der von Abdulmutallab gezündete Sprengsatz nicht funktionierte und Mitreisende den 23-Jährigen überwältigen konnten. Er soll im Auftrag des Terrornetzwerks El Kaida gehandelt haben. Ausgebildet für den Anschlag wurde er angeblich im Jemen.

500.000 Terrorverdächtige

Barack Obama (Foto: AP)

Präsident Obama: Geheimdienste haben versagt

Der verhinderte Anschlag auf den Delta/Northwest-Flug "NW 253" löste nicht nur in den USA eine Debatte über die Sicherheit im Luftverkehr aus. Besonders in die Kritik geraten sind die US-Geheimdienste. Das System habe auf "höchst desaströse Weise versagt", hatte auch US-Präsident Barack Obama nach einem Sicherheitsgipfel mit Geheimdienstchefs und Ministern in Washington festgestellt.

Abdulmutallabs Name war nach Hinweisen auf seine islamistische Radikalisierung zwar in eine grobe Liste mit den Namen von mehr als 500.000 Terrorverdächtigen aufgenommen worden - nicht jedoch in eine engere Flugverbotsliste. Und dies, obwohl Abdulmutallabs Vater sogar persönlich die US-Botschaft in Nigeria vor seinem Sohn gewarnt hatte.

Die Regierung in Washington will an diesem Donnerstag (07.01.2010) einen ersten Untersuchungsbericht über geheimdienstliche Pannen veröffentlichen. Wie das Weiße Haus mitteilte, handelt es sich um einen Report von John Brennan, Obamas Spitzenberater auf dem Gebiet der Terrorabwehr.

Autor: Christian Walz (apd, dpa, afp, rtr)
Redaktion: Michael Wehling

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