Angeklagter gesteht Mord an Freiburger Studentin | Aktuell Deutschland | DW | 11.09.2017
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Prozess in Freiburg

Angeklagter gesteht Mord an Freiburger Studentin

Der Sexualmord an der jungen Frau im vergangenen Jahr sorgte für Schlagzeilen. Am zweiten Prozesstag hat nun der Angeklagte, ein afghanischer Flüchtling, die Tat gestanden.

Der Angeklagte Hussein K. hat vor dem Freiburger Landgericht gestanden, im Oktober vergangenen Jahres die 19-jährige Maria L. vergewaltigt und im Fluss Dreisam zurückgelassen zu haben, wo sie ertrank. "Über das, was ich getan habe, bin ich aus tiefstem Herzen traurig", sagte K. und bat die Familie des Opfers, ihm zu verzeihen.

Eigenen Schilderungen zufolge begegnete der junge Flüchtling Maria L. zufällig, als er nach einem Bar- und Discobesuch betrunken und bekifft am Flussufer entlangging. Er habe die Studentin vom Fahrrad gestoßen und sie auf ihr Schreien hin mit seinem Schal gewürgt. Dann habe er gemerkt, dass sie hübsch sei und gedacht: "Komm', mach' mal mit ihr Sex."

Details bleiben widersprüchlich

Nachdem er sie bewusstlos gewürgt und bereits für tot gehalten habe, zog K. die Studentin nach eigenen Worten aus und missbrauchte sie. Weil er sich früher am Abend bei einem Fahrradsturz verletzt hatte und sein Blut an ihrem Körper klebte, habe er sie in den Fluss gezerrt, um es abzuwaschen. Danach sei er geflohen.

Viele Details des Geständnisses blieben widersprüchlich. K. berief sich mehrfach auf Erinnerungslücken. Er habe vor der Tat zusammen mit Freunden zwei Flaschen Wodka und später alleine Bier und Wein getrunken. Nach dem Tod des Opfers habe er täglich Qualen durchlitten. Deren Familie war, wie schon zum Prozessauftakt, nicht im Gerichtssaal.

Identität des Angeklagten ist unklar

Nach wie vor unklar sind Alter und Identität des Angeklagten. Deutschen Behörden zufolge kam er im November 2015 ohne Papiere nach Deutschland. Wegen einer Gewalttat an einer jungen Frau war er zuvor in Griechenland zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt, aber im Oktober 2015 vorzeitig gegen Auflagen entlassen worden. Kurze Zeit später tauchte er unter. K. selbst sagte aus, aus Afghanistan zu stammen.

Für den Prozess vor der Jugendkammer des Gerichts sind den Angaben nach 16 Verhandlungstage angesetzt. Gehört werden sollen 45 Zeugen sowie zehn Sachverständige. Ein Urteil könnte im Dezember fallen.

ie/as (afp, dpa)

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