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Fußball

Ancelotti beim FC Bayern vorgestellt

Mit Carlo Ancelotti stellt der FC Bayern Pep Guardiolas Nachfolger vor. Auf den Italiener warten nach seinem Sabbatjahr jede Menge gute Wünsche und große Aufgaben. Ancelotti will Erfolg, aber keine Revolution.

"Ich bin sehr glücklich und stolz, hier zu sein." Mit diesen Worten auf Deutsch hat die Ära Carlo Ancelotti beim deutschen Fußball-Rekordmeister Bayern München begonnen. "Ich fühle mich sehr gut, weil ich bei einem der besten Klubs der Welt bin", sagte der 57-jährige Italiener. "Mein Freund Guardiola hat in den letzten Jahren hervorragende Arbeit geleistet. Wir haben eine fantastische Mannschaft. Wir versuchen, in allen Wettbewerben stark zu sein und zu gewinnen." Er sei jedoch nicht beim FC Bayern, "um eine Revolution zu starten", so Ancelotti.

Der Italiener unterschrieb in München einen Dreijahresvertrag. Bis 2015 war Ancelotti bei Real Madrid tätig gewesen. Er war bei den Königlichen, mit denen er 2014 noch die Champions League gewonnen hatte, nach einer titellosen Saison entlassen worden. Das vergangene Jahr hatte er Abstand zum Fußball-Geschäft gesucht und die meiste Zeit mit seiner zweiten Ehefrau Mariann Barrena McClay in Vancouver in Kanada verbracht.

Klar ist, dass sich der FC Bayern erhofft, mit Ancelotti wieder die Champions League zu gewinnen. Zuletzt war das Team unter Guardiola dreimal im Halbfinale an spanischen Klubs gescheitert. Dass Ancelotti weiß, wie man den wichtigsten Titel im europäischen Vereinsfußball gewinnt, hat er bewiesen: 2003 und 2007 holte er den "Henkelpott" mit dem AC Mailand, 2014 mit Real Madrid. Auch als Spieler durfte er im Milan-Trikot zweimal den Europapokal der Landesmeister in die Höhe strecken (1989 und 1990). "Es ist nicht leicht, die Champions League zu gewinnen, jeder Topklub will das", sagte Ancelotti bei seinem Einstand in München. "Aber das Ziel ist, die Champions League zu gewinnen."

Gruß von Guardiola an der Wand

Ancelotti präsentierte sich im dunklen Anzug mit weißem Hemd und dunkler Krawatte vor rund zwei Dutzend Kameras und 100 Journalisten bei einer kurzen Ansprache. Nach Louis Van Gaal und Pep Guardiola ist Ancelotti der dritte ausländische Star-Trainer bei den Münchenern. "Er hat eine großartige Karriere als Trainer hingelegt. Ich freue mich sehr, ihn zum FC Bayern zu holen", sagte Bayern-Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge. "Er ist der richtige Trainer zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Wir werden eine wunderbare, große Partnerschaft haben."

Umarmung Carlo Ancelotti mit Pep Guardiola (Foto: picture-alliance/dpa/J.Lizon)

Zwei, die sich schätzen: Pep Guardiola (l.) und sein Nachfolger bei Bayern München, Carlo Ancelotti (r.)

Vorgänger Pep Guardiola, der künftig Manchester City trainiert, hinterließ im Trainerbüro an der Säbener Straße an der Wand eine Botschaft für seinen Nachfolger: "Con tanta stima, un grande in bocca al lupo, Carlo!" Was soviel bedeutet wie: "Mit großer Wertschätzung: Viel Glück, Carlo!" Darunter die Unterschrift Guardiolas.

Was bedeutet Sammers Rücktritt?

Nicht mehr angetroffen hat Ancelotti den zurückgetretenen

Sportvorstand Matthias Sammer

, dessen Position nicht unmittelbar neu besetzt werden soll. Rummenigge sprach davon, die neue Lage zunächst intern überbrücken zu wollen, um dann in Ruhe eine Lösung zu finden. Möglicherweise wird Ancelotti nun noch stärker in die Planung der Mannschaft mit eingebunden, als es mit Sammer an Bord der Fall gewesen wäre. Dass Ancelotti Sammers Aufgaben komplett übernimmt, ist selbstverständlich nicht zu erwarten. Die Kaderplanung liegt bei den Bayern in den Händen von Michael Reschke. Verpflichtungen werden in enger Absprache mit Rummenigge, dem Trainer und bisher Sammer getätigt. Womöglich erhält Ancelottis Wort nun etwas mehr Gewicht.

Uli Hoeneß auf der Tribüne (Foto: Reuters/M. Dalder)

Wann steigt Uli Hoeneß wieder bei den Bayern ein?

Ohnehin könnte es in der Führungsstruktur des deutschen Rekordmeisters demnächst Veränderungen geben. Es gibt Gerüchte, dass der ehemalige Bayern-Manager und -Präsident Uli Hoeneß an einer baldigen Rückkehr in die Führungsriege des Klubs arbeitet. Nach seiner Haftentlassung hatte sich der 64-Jährige zunächst zurückgezogen und war nur vereinzelt bei Spielen seines Vereins auf der Tribüne aufgetaucht. Nun soll er Medienberichten zufolge bei der kommenden Hauptversammlung im November nicht nur das Amt des Präsidenten sondern auch den Vorsitz im Aufsichtsrat anstreben. Bislang hat der deutsche Rekordmeister jedoch noch nicht bestätigt, dass Hoeneß auch tatsächlich antreten wird.

Sollte Hoeneß zurückkehren, wäre das Loch, das Sammers Abgang hinterlässt, mehr als geschlossen. Mit Hoeneß wäre dann einer da, der nicht nur das "Mia san mir"-Gefühl der Bayern lebt und vermittelt, sondern der auch mahnend Stimme und Finger hebt, wenn es einmal nicht nach Plan laufen sollte. Von einem guten Auskommen Ancelottis mit Hoeneß ist dabei auszugehen. Der Italiener gilt, anders als der akribische, detailversessene und teilweise verbissen wirkende Guardiola, als jovial, harmoniesuchend und familiär. Und eine Einmischung von oben durch Hoeneß würde Ancelotti wohl auch nicht schocken. Da hat er bei seinen Trainerstationen bei Real Madrid, dem FC Chelsea und dem AC Mailand mit Sicherheit schon Schlimmeres erlebt.

Will Götze nun doch weg?

Frankreich Fußball-EM Deutschland vs. Nordirland Auswechselung Mario Götze (Foto: Getty Images/A. Hassenstein)

Mario Götze spielte keine gute EM

Eine der kommenden Aufgaben Ancelottis wird sein, mit

Mario Götze

über dessen Zukunft bei den Bayern zu sprechen. Der Siegtorschütze des WM-Finales von 2014 hatte vor seiner Abreise zur EM nach Frankreich verlauten lassen, er wolle in München bleiben. Das Turnier konnte er dann allerdings nicht zur Eigenwerbung nutzen. Joachim Löw schenkte ihm nur drei Vorrundenspiele lang sein Vertrauen und wechselte ihn erst im Halbfinale wieder ein, wo Götze allerdings wirkungslos blieb. Nun soll der 24-Jährige laut Informationen des "Kicker" doch zu einem Abschied aus München bereit sein. Offenbar sind sein Ex-Klub Borussia Dortmund und Tottenham Hotspur interessiert.

Nach dem Trainingsauftakt an diesem Montag begibt sich die Mannschaft des FC Bayern am 25. Juli auf eine elftätige USA-Reise mit Trainingslager. Am 16. Juli steht das erste Testspiel gegen den SV Lippstadt an. Weitere Testgegner sind Manchester City (20. Juli), AC Mailand (27. Juli), Inter Mailand (30. Juli) und Real Madrid (3. August). Am 14. August folgt mit dem Supercup gegen Borussia Dortmund das erste Pflichtspiel. Am ersten Spieltag der

neuen Bundesliga-Saison

geht es gegen Werder Bremen.

Bislang hat der FC Bayern mit Mats Hummels (Borussia Dortmund) und Europameister Renato Sanches (Benfica Lissabon) erst zwei Neuzugänge. Weitere Großtransfers sind aber offenbar nicht geplant - es sei denn, es ergäbe sich eine Möglichkeit, Schalkes Offensiv-Juwel Leroy Sané nach München zu lotsen.

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