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Aktuell Amerika

Amerikaner erinnern an John F. Kennedy

Flaggen auf Halbmast, Glockengeläut und Kranzniederlegungen: Fünfzig Jahre nach der Ermordung von John F. Kennedy haben die Vereinigten Staaten des charismatischen Präsidenten gedacht.

Im ganzen Land fanden Gedenkveranstaltungen statt, in denen Kennedy als großer Staatsmann gepriesen wurde. Am Grab Kennedys auf dem Nationalfriedhof Arlington vor den Toren Washingtons erwiesen tausende Menschen dem ermordeten Präsidenten die Ehre (Artikelbild).

Der derzeitige Präsident Barack Obama, wie Kennedy ein Demokrat, betonte in einer schriftlichen Erklärung: "Mit großem Weitblick und hochfliegendem, aber nüchternem Idealismus hatte Präsident John F. Kennedy eine Generation dazu aufgerufen zu dienen und die Größe einer Nation heraufbeschworen."

Kurz vor dem Attentat: Kennedy (hinten) im Auto in Dallas (Foto: dpa)

Kurz vor dem Attentat: Kennedy (hinten) im Auto in Dallas

Kennedy war am 22. November 1963 in Dallas im Bundesstaat Texas einem Attentat zum Opfer gefallen. Der ehemalige Soldat Lee Harvey Oswald gab mehrere Schüsse auf den damals 46 Jahre alten Präsidenten ab, als dieser mit seiner Ehefrau Jackie, dem Gouverneur von Texas und dessen Frau im offenen Wagen durch die Innenstadt von Dallas gefahren wurde.

Der Präsident wurde am Kopf getroffen und tödlich verletzt. Mehrere Untersuchungen kamen damals zu dem Schluss, dass Oswald der alleinige Täter gewesen sei. Zwei Tage nach seiner Festnahme wurde Oswald selbst ermordet: Der Nachtclub-Besitzer Jack Ruby erschoss ihn bei der Überstellung in ein anderes Gefängnis. Die Umstände des Kennedy-Attentats nähren noch heute Verschwörungstheorien.

Am Schauplatz des Attentats in Dallas versammelten sich Tausende Menschen. Um Punkt 12.30 Uhr (Ortszeit, 19.30 Uhr MEZ) - als vor 50 Jahren die Schüsse fielen - hielt die Menge mit einer Schweigeminute inne. Bei der Zeremonie wurde auch ein Denkmal enthüllt, auf dem der letzte Absatz der Rede eingraviert ist, die Kennedy in Dallas halten wollte.

Jüngster Präsident der USA

Kennedy wurde 1961 als jüngster Präsident der US-Geschichte ins Weiße Haus gewählt. Noch heute besitzt er schwindelerregende Popularitätswerte. Nach einer Umfrage des Senders CNN stehen 90 Prozent der Amerikaner hinter ihm. Allein durch seine Jugend und visionäre Reden weckte Kennedy vor allem unter der jungen Generation Hoffnung - und wurde zum personifizierten Symbol einer besseren Zukunft. Seine charismatischen Auftritte, wie seine "Ich bin ein Berliner"-Rede vor dem Schöneberger Rathaus sind im Gedächtnis der Welt geblieben.

Dagegen werten Historiker seine gut 1000 Tage im Präsidentenamt deutlich nüchterner. Unter Kennedy schlitterten die USA in den Vietnamkrieg. Im August 1961 musste er zusehen, wie die DDR in Berlin die Mauer errichtete. In der Kuba-Krise 1962, als die Welt am Rande des Atomkriegs stand, setzte sich Kennedy allerdings gegen die Sowjetunion durch. Moskau zog seine Raketen von der Karibik-Insel ab.

wl/qu (dpa, afp)