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Wirtschaft

Alstom vor der Rettung

Die Europäische Union hat grünes Licht zur Rettung von Alstom gegeben. Allerdings wird der marode Konzern dafür wahrscheinlich in mehrere Teile zerlegt.

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Reduziert auf das Kerngeschäft? Alstom-Produkt Queen Mary 2

Die Verhandlungen zwischen EU-Wettbewerbskommissar Mario Monti und der französischen Regierung über ein Milliarden-Hilfspaket für den angeschlagenen Alstom-Konzern haben einen Durchbruch gebracht. Er habe mit dem französischen Wirtschaftsminister Nicolas Sarkozy "die Grundlage für eine Einigung in dieser Woche" erreicht, sagte Monti am Montag (17.5.) in Brüssel.

Am Montag waren auch Alstom-Chef Patrick Kron und der Finanzdirektor des Konzerns, Philippe Jaffre, zu den Verhandlungen nach Brüssel gereist. Sarkozy war wegen der Alstom-Verhandlungen in den vergangenen Wochen schon zwei Mal bei Monti vorstellig geworden.

Mario Monti Microsoft EU

Im Zweifel für die Rettung: Mario Monti

Auflagen erwartet

Details wurden über die Einigung zunächst nicht bekannt. Der französische Staat hatte sich mit einigen Banken bereit erklärt, dem Schienenfahrzeug-, Schiffs- und Kraftwerksbauer mit 3,2 Milliarden Euro unter die Arme zu greifen. Details der Einigung wurden zunächst nicht bekannt. Bis Ende der Woche sollten sie ausgearbeitet werden, erklärte Monti. Das Hilfspaket muss bis zum 21. Juni durch die EU-Kommission genehmigt werden. Dabei werden Auflagen der europäischen Wettbewerbshüter erwartet.

Frankreich und die EU waren sich seit Monaten über einen milliardenschweren staatlichen Rettungsplan für Alstom uneins. Hintergrund ist, dass die EU vermeiden möchte, dass marode Konzerne mit staatlicher Hilfe am Leben gehalten werden. Brüssel forderte als Gegenleistung offenbar den Verkauf von Konzernteilen. Dagegen hatte sich die französische Regierung bisher stets gewehrt. Berichten zufolge muss der Mischkonzern Alstom nun möglicherweise doch seine Sparten Turbinen und den Hochgeschwindigkeitszug TGV ausgliedern - dies hatte Konzernchef Kron noch im April vollmundig ausgeschlossen.

Französischer Partner im Boot

Nach Medienberichten könnte sich damit für den deutschen Siemens-Konzern die Möglichkeit ergeben, den Gas- und Dampfturbinenbau von Alstom zu übernehmen. Mit der Übernahme von Alstom-Teilen in der Turbinentechnik könnte Siemens die Lücke zum Marktführer General Electric (USA) schließen. Siemens hatte zusammen mit dem französischen Nuklearkonzern Areva einen Plan zur Neustrukturierung von Alstom vorgelegt. Mit dem französischen Partner im Boot wurde nun scheinbar auch französischen Interessen entsprochen. Alstom könnte somit zum reinen Schiffbau-Konzern werden. Zur Produktpalette gehören heute schon Kreuzfahrtschiffe und Flugzeugträger. Unter anderem wurde die Queen-Mary 2 auf einer Alstom-Werft in Saint-Nazaire gebaut. (sams)

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